Tour de Flores radeln auf eigene Faust

Tour de Flores radeln auf eigene Faust 10


Tour de Flores radeln auf eigene Faust

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Hinein schnuppern in die Strecke

Endlich bereit für hohe Berge? Ja, wir waren es!

Und Flores war bereit für den Radsport. In diesem Jahr wurde die „Tour de Flores“ erstmalig ausgetragen,  ein internationales Profi-Radrennen über mehrere Tage. Es soll den Tourismus auf der Insel Flores ankurbeln (#Flores). Und prompt kommen wir beide daher geradelt und probieren diese Strecke auf eigene Faust aus.

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Radeln ganz groß im Kommen auf Flores

Ein Preisgeld gab es für uns am Ende nicht. Dafür haben wir uns selbst mit einem neuen persönlichen Höhenrekord auf 1.318m belohnt – und auch unsere eigenen Grenzen kennengelernt.

Tour de Flores – Die offizielle Strecke

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Tour de Flores Plakat

Die Tour de Flores hat es in sich. Es geht über ca. 670km in 5 Etappen: von der östlichsten Stadt Larantuka, Maumere, Ende, Bajawa, Ruteng nach Labuan Bajo an die Westküste der Insel.

Jede Etappe hält mindestens zwei ganz große Anstiege bereit. Damit sind die Profis auch ausreichend gefordert und die Tour genügt internationalen Standards (#TourdeFlores).

Unsere Streckenvariante der Tour de Flores

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Unser Streckenverlauf von Labuan Bajo nach Ende

Wir haben die Tour genau anders herum gestartet, nämlich vom westlichen Labuan Bajo aus nach Osten (#LabuanBajo). Die Einheimischen meinten, damit hätten wir uns den schwereren Weg ausgesucht. Im nachhinein können wir gar nicht genau sagen, ob die Berge von West nach Ost oder umgekehrt steiler sind.

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Höhenprofil der Strecke

Dann hatten wir natürlich unser ganzes Gepäck dabei. An Eddy’s Fahrrad hingen 25–28kg und mein (Ute’s) Fahrrad hatte ca. 20kg Gepäck zu tragen. Das spürt man auf Schritt und Pedal-Tritt.

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Trans Flores Road

Deshalb haben wir uns die sportliche Freiheit herausgenommen und sind nur 3 der insgesamt 5 Etappen geradelt, also bis nach Ende (#Ende). Das waren immer noch 422 km durch das Gebirge. Zum Glück ist die Stadt Ende nicht unser Ende geworden. Die Etappen-Dauer haben wir von jeweils einem Tag auf 3 Tage ausgedehnt. Es hat uns dennoch unheimlich viel Kraft abverlangt. In den tiefer gelegenen Passagen war die Hitze einfach mörderisch.

Die Route führt entlang der „Trans Flores Road“, der Lebensader der Insel. Sie ist durchgängig asphaltiert und meist in sehr gutem Zustand. Der Verkehr ist sehr überschaubar. Streckenweise waren wir ganz allein auf der Straße. Aus diesem Blickwinkel war es ideal für uns als Radfahrer.

Etappe 1 von Labuan Bajo nach Ruteng (3 Tage, 130 km)

Tag 1: Labuan Bajo – Roe

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Wir bekommen den Segen von Schwester Brigitta

Wir konnten leider erst kurz vor Mittag starten, sodass die Sonne schon wieder ihre volle Kraft entwickelt hatte. Dafür waren wir mit dem Segen von Schwester Brigitta bedacht. Es konnte also nicht schief gehen.

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Steigungen

Nach den ersten 10km ging es hart zur Sache. Von Meeresspiegelhöhe schraubten wir uns in engen Serpentinen 1.135m nach oben. Selbst LKW mussten vor den Kurven anhalten und brauchten mehrere Anläufe, um die Steigungen zu meistern. Das war unsere erste wirklich harte Bergtour. Aus den vorbeifahrenden Autos wurden uns ständig aufmunternde Hände mit dem Daumen nach oben gezeigt.👍

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Einladung zum Mittagessen bei Mr. Sam in Melo Village

Irgendwann zum frühen Nachmittag bat uns Mr. Sam, ein junger Familienvater aus Melo Village, zum Essen in sein Haus. Er hatte uns etwa eine Stunde zuvor mit seinem Moped überholt, als wir am Straßenrand schweißgebadet ausruhten. In seinem Dorf Melo angekommen lauerte er dann die ganze Zeit an der Straße auf uns.

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Vor dem Haus von Mr. Joseph und seiner Frau Gloriani in Roe

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit beschlossen wir, es reicht für heute. Nach 34km suchten wir im Dorf Roe nach einem Stellplatz für unser Zelt. Prompt wurden wir von Mister Joseph in sein Haus eingeladen und mit einer warmen Mahlzeit versorgt (#Roe, Mangarai Barat – West Flores).

Tag 2: Roe-Beci

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Schieben auf der Strecke

Am nächsten Tag währte die Hoffnung nicht lange, dass wir es bis nach Ruteng schaffen könnten. Die Strecke führte bergab bis auf 30m Höhe, also fast wieder auf Meeresspiegelniveau. Das war frustrierend. Nach der Freude an der 15km langen Ebene vor Lembor folgte die Ernüchterung in Form von langen, steilen Anstiegen in der prallen Sonne (#Lembor).

Hinter einer der vielen Kehren hielt ein Mopedfahrer an, rannte zurück und half mir (Ute), mein Fahrrad um die nächste Kurve nach oben zu wuchten. Er schob so doll von hinten, dass ich fast mit dem Fahrrad rennen musste. Aber es half.

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Begrüßung im Dorf Beci

Ute wurde hübsch gemacht

Ute wurde hübsch gemacht

Auch an diesem Abend fanden wir nach 48km und 1.205m Aufstieg einen Unterschlupf. Es war das Haus der Großfamilie von Efan im Dorf Beci (#Beci). Hier wurden wir zur Begrüßung erst einmal mit einem traditionellen Sarong hübsch gemacht.

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Wir werden Teil der Großfamilie von Efan in Beci

Diese Familie schien den einzigen Fernseher des Dorfes zu besitzen. So versammelten sich am Abend viele Leute in dem schlichten Raum mit nacktem Steinfußboden. Wir schauten mit ihnen zusammen 4 Serien gleichzeitig. Es hatte immer jemand anderes die Hoheit über die Fernbedienung und schaltete in den zahlreichen Werbepausen auf einen anderen Kanal. Alle im Raum waren vergnügt dabei – und wir ebenfalls.

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romantisches Abendessen bei Stromausfall

Die ganze Freude wurde nur durch einen Stromausfall unterbrochen, den wir auf Flores fast täglich in den Abendstunden erlebt haben.

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Die jüngsten Kinder der Großfamilie

Irgendwann sind wir dann einfach vor Müdigkeit umgefallen und auf unserer Kokospalmen-Matte zwischen all den anderen Dorfbewohnern eingeschlafen.

Tag 3: Beci-Ruteng

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Ruteng

Der dritte Tag sollte uns endlich an das Ziel der ersten Etappe bringen: Ruteng (#Ruteng). Wie ein Mantra hatten wir 3 Tage diesen Namen zu uns gesagt. Etwa 5km vor der Stadtgrenze sieht man schon die Häuser zum Greifen nahe. Doch dann muss man noch einmal weit nach unten ins Tal, über eine Brücke und  auf der anderen Flussseite wieder die ganze Höhe nach oben. Am liebsten hätte ich (Ute) ab hier gestreikt.

Die letzten Kilometer bis zu unserem Homestay Mbeliling am anderen Ende der Stadt schoben wir mehr als wir radelten (#HomestayMbeliling). Es war eine nicht enden wollende Rampe. Da hatten wir 48km und 1.195m in den Beinen, die nun nicht mehr weiter wollten.

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Einweihung eines traditionelles Hauses in Ruteng

Danach gab es für 3 Tage eine erholsame Pause. In den Nächten ging allerdings „die Post ab“.  Keine 2 km Luftlinie vom Homestay Mbeliling entfernt wurde ein neues traditionelles Haus eingeweiht. Das bedeutete 14 Nächte Dauertrommeln auf alten Instrumenten mit moderner Beschallungstechnik.

Etappe 2 von Ruteng nach Bajawa (3 Tage, 148 km)

Tag 4: Ruteng-Borong

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Wir treffen Annet & Rasmus wieder

Erst einmal ging es von Ruteng noch weitere 200 Höhenmeter nach oben. Bei einer Verschnaufpause trafen wir Annet und Rasmus wieder, ein Holländisch-Dänisches Pärchen aus dem Homestay Mbeliling in Ruteng, die mit dem Moped unterwegs waren. Sie kündigten uns an, dass die Qual bald ein Ende hat und uns eine rasante Abfahrt von 30km bis an die Küste bevorsteht.

Wir konnten es kaum glauben, aber es kam wie versprochen. Nun waren für den Rest des Tages unsere Hände beim Bremsen mächtig gefordert, die Felgen glühten, während die Beine Pause machten.
Schon am frühen Nachmittag erreichten wir nach 58km die Stadt Borong an der Küste, die einige Hotels hatte und sich wunderbar zur Übernachtung eignete (#Borong).

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Noch 215km bis Ende

Tag 5: Borong-Aimere

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Foto Shooting mit Julia und Bernat vor dem Hotel Kharisma

Von dem deutsch-spanischen Radler-Pärchen Julia und Bernat erfuhren wir, dass wir den nächsten Streckenabschnitt nach Bajawa lieber auf 2 Tage aufteilen sollten. Sie waren in der entgegengesetzten Richtung von Maumere kommend unterwegs und hatten auch im Hotel Kharisma Station gemacht.

Wir folgten ihrem Rat und hatten so für den nächsten Tag eine weniger anstrengende Tour nach Aimere von 49km und nur 655 Höhenmetern (#Aimere).

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Gemeinsames Abendessen mit Averill und Craig, zwei australischen Radlern

Das einzige Hotel der Stadt lag genau an der Trans Flores Road (#HotelSinarHarapan). Dies wurde auch das Ziel für Averill und Craig, ein anderes Radler-Pärchen aus Sidney, Australien. Wir staunten nicht schlecht, vier Langstrecken-Radfahrer kurz hintereinander hier auf Flores zu treffen.

Tag 6: Aimere-Bajawa

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Reisterrassen vor Bajawa

Im letzten Abschnitt nach Bajawa stellten wir einen neuen persönlichen Rekord auf: 1.431m Anstieg an einem Tag! (#Bajawa)

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Berglandschaft vor Bajawa

Der Beginn aus der Stadt Aimere war fast das Schlimmste an der Strecke. Dort ging es noch unangenehm steil bergauf. Außerdem war die Hitze auf Meeresspiegelhöhe wieder ziemlich belastend. Doch je höher wir uns in die Berge schraubten, desto kühler wurde die Luft und schöner die Aussicht auf die Reisterrassen, Gipfel und Täler.

Die Erbauer der Straße nach Bajawa haben ein wahres Meisterwerk vollbracht. Die Steigung blieb die ganzen 40km angenehm konstant bei etwa 5%. Mittlerweile konnten wir dies ganz gut beherrschen.

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Aufkommender Regen

Ein Sintflut-artiger Regen zwang uns zu einer längeren Pause. Wir fanden in einer Hütte bei netten Dorfbewohnern Unterschlupf. Die Stadt Bajawa hoch in den kühlen Bergen erreichten wir dennoch vor der Dunkelheit.

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Vom Regen erwischt

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Praktischer Regenschutz

Wir fühlten uns diesmal nicht so kaputt und entkräftet wie in Ruteng. Trotzdem beschlossen wir, eine Pause von 2 Tagen einzulegen und uns die Stadt Bajawa näher anzusehen.

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In der katholischen Kirche von Bajawa

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Moschee in Bajawa

Etappe 3 von Bajawa nach Ende (3 Tage, 141 km)

Tag 7: Bajawa-Bena (Manulalu Villa)

Auf diesem Abschnitt sind wir gleich hinter Bajawa von der „Tour de Flores“-Route abgewichen, um einen Abstecher zum berühmten traditionellen Dorf Bena zu machen (#TraditionalVillageBena).

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Blick auf das traditionelle Dorf Bena

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Handgewebte Schals als Eintrittskarten für Bena

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In Bena: Neue Kraft tanken

Uns hat es zudem eine sehr kurze Tour von 20km durch abgelegene Dörfer, Regenwald und wunderschöne Ausblicke auf den Vulkankegel des 2.245m hohen Gunung Inierie beschert (#GunungInierie).

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Vulkan Gunung Inierie
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Entspannung an der Manulalu Villa

Unsere Übernachtung in der Manulalu Villa B&B war atemberaubend schön (#ManulaluVilla). Wir schliefen wie in einem Adlernest.

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Der Terrassenblick von der Manulalu Villa

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Sonnenaufgang vor der Manulalu Villa

Ein ergreifender Sonnenuntergang, eine sternenklare Nacht und ein wunderschöner Sonnenaufgang mit dem Ausblick auf den Vulkan Inierie , Bena und andere traditionelle Dörfer waren die Belohnung für die anstrengende Fahrradtour hierher. Absolut empfehlenswert, auch wenn die Übernachtungskosten unser selbst gestecktes Budget weit überstieg.

Tag 8: Von der Manulalu Villa (Bena) nach Nangaroro

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Kaffeepflückerinnen

Die ersten Kilometer des Tages waren heftig steil, die Straße voller Schlaglöcher. Die Pflückerinnen auf den Kaffee-Plantagen amüsierten sich über den Anblick, den wir in Zeitlupe hochstrampelnd boten. Nach 20km waren wir „back on track“  auf der Trans Flores Road, die uns nun viel sanfter vorkam.

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Kaffeesträucher auf Flores

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rauchender Vulkan Ebulobo

Zum ersten Mal sahen wir in Boawae mit eigenen Augen einen Vulkan, der tatsächlich Rauch ausspuckt (#Boawae). Es war der 2.124m hohe Mount Ebulobo, der 1969 das letzte Mal ausgebrochen ist. Laut Internet ist der aktuelle Status mit „unruhig“ angegeben (#MountEbulobo).

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Essen bei Mr.Aurelius

Nach 85km waren wir wieder an der Südküste von Flores in Nangaroro und damit zurück auf Meereshöhe (#Nangaroro). Das Navi hat uns am Ende des Tages allerdings auch 997m Aufstieg angezeigt. Deshalb waren die Beine so schwer, als wir abends im Hause von Mister Aurelius in Nangaroro unterkamen. Sein Neffe Jimmy ist ein sehr netter Mitarbeiter des Manulalu Villa B&B und hatte uns schon am Abend zuvor angekündigt.

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Abschied von Mr.Aurelius und seiner Frau

Auf der Strecke zwischen Bajawa und Ende gibt es nämlich keine Hotels oder Homestays.

Tag 9: Nangaroro-Ende

Die letzten 44km nach Ende sollten am nächsten Tag eigentlich ein Klacks sein (#Ende). Komisch, so einfach haben wir diese Strecke an der Küste nicht empfunden. Die Hitze setzte uns erneut zu und ließ aus jedem Anstieg einen Kraftakt werden.

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Nur noch 11 km bis Ende

Wir waren unheimlich froh, als wir Ende zur Mittagszeit erreichten und nahmen gleich das erstbeste Hotel, das uns begegnete. Nun waren wir endlich am Ziel und stolz, durchgehalten zu haben.
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Ende in Ende




Strecken-Alltag auf der Tour de Flores

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Hello Mister!

Tourist!“, „Bule“ und „Hello Mister!“. Damit wurden wir ständig an der Strecke begrüßt. Diese Anrede gilt für Männlein und Weiblein genauso. Wir haben wahrscheinlich jedem zweiten Einwohner von Flores „Guten Morgen“, „Guten Tag“ oder „Guten Abend“ gewünscht und sind aus dem Winken kaum heraus gekommen. Das ist gar nicht so einfach, wenn man gerade beide Hände am Lenker braucht.

Unsere Vokabelliste - ein Blickfang für die Großen

Unsere Vokabelliste – ein Blickfang für die Großen

Der Türöffner war natürlich unser Vokabel-Zettel außen in den den Lenkertaschen. Das fanden alle sofort interessant und lustig. Der Zettel hatte auch seine Wirkung erzielt und uns einige Wörter in Indonesisch beigebracht 🙂

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Unsere Vokabelliste – ein Spaß für die Kleinen

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Einladung auf eine Tasse Flores-Kaffee

An Einladungen auf eine Tasse Kaffee, zum Essen oder für eine Schlafstätte hat es nicht gemangelt. Dabei leben die Dorfbewohner selbst in ganz schlichten Verhältnissen. Es ist ein ergreifendes Gefühl, wenn man zum Kaffee in ein Haus gebeten wird.

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Neugierige Gastgeber

Dann sammeln sich alle möglichen Familienmitglieder, Dorfkinder und Bekannte um einen herum und bestaunen dich mit ehrfürchtiger Neugierde. Meist sind es die jungen Familienmitglieder, die die Kommunikation aufgrund ihrer Englischkenntnisse aus der Schule übernehmen.

Tour de Flores – Der Film

Die Tour de Flores gibts auch in eindrucksvollen, bewegten Bildern. Produziert von Newhagen Studios, unserem Label für alle selbst erstellten Filme. Lehnt euch zurück und genießt mit uns gemeinsam die Fahrradtour über die schöne Insel Flores in Indonesien.

Die Unterkünfte entlang der Tour de Flores

Mit Unterkünften ist es in Flores noch sehr schlecht bestellt, wenn man von den Touristenzentren Labuan Bajo, Ruteng und Bajawa absieht. Die Abstände waren so groß, dass wir es bei bestem Willen nicht in einem Tag mit dem Fahrrad von einer Unterkunft zur nächsten schafften.

Deshalb waren wir über die Hilfe und Gastfreundschaft der Dorfbewohner sehr dankbar. Mit dem Aufstellen unseres Zeltes hatten sie allerdings stets ihre Bedenken und baten uns immer zu sich ins Haus. Camping ist hier ziemlich unbekannt. Außerdem würde es wohl ihrer Vorstellung von Gastfreundschaft sehr widersprechen, jemanden draußen in der Kälte schlafen zu lassen. Ja, es kann ganz schön frisch werden auf Flores, und zwar bis etwa 14 Grad Celsius in der Nacht. Das waren wir seit dem Beginn unserer Tour durch Südostasien nicht mehr gewohnt. Jetzt kamen bei mir (Ute) zum ersten Mal die langen Unterhosen zum Einsatz (ohne Bild!).

Am Ende des Blogs haben wir wieder alle Unterkünfte aufgelistet, die wir entlang der Strecke gefunden und benutzt haben.

Kelimutu Nationalpark – unser Bonusprogramm

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Zwei der drei Kelimutu-Seen

Kelimutu. Dieser Name fällt sofort, wenn man einem Indonesier von Reiseplänen nach Flores erzählt. Dieser Nationalpark ist das Highlight von Flores und liegt ca. 80km nordöstlich von Ende in den Bergen (#KelimutuNationalPark).

Eigentlich endete unsere Tour nach Osten nun in Ende und wir mussten uns auf den Rückweg Richtung Westen nach Bali und Java begeben. Das Visa hatte nur noch 35 Tage Gültigkeit.

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Heute mal Moped fahren

Nun waren wir jedoch schon so dicht dran und konnten diese Gelegenheit nicht ungenutzt lassen. Deshalb mieteten wir uns einen Tag lang ein Moped und ersparten uns so den mühsamen Aufstieg von 2.600m. Diese neue Reisegeschwindigkeit war auch nicht so schlecht. Der Hintern tut einem jedoch genauso schnell weh, wie auf dem Fahrrad.

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Farbänderungen der Kelimutu-Seen

Der Kelimutu Nationalpark ist berühmt für seine 3 verschiedenfarbigen Kraterseen unterhalb des 1.639m hohen Vulkans Gunung Kelimutu. Die aktuellen Farben der Seen ändern sich von Jahr zu Jahr durch die chemischen Veränderungen im Wasser. Damit lohnt es sich, immer wieder mal vorbeizuschauen.

Wir waren nicht wie hunderte anderer Touristen zum Sonnenaufgang an den Seen und blieben dadurch auch von der Kälte der Morgenstunden verschont. Im Gegenteil! Gegen Mittag hatten wir sogar 15 Minuten lang die Seen ganz für uns alleine. Ein faszinierender friedlicher Anblick! (#KelimutuNationalPark)

Nach 3 Stunden vertrieben uns leider dichte aufziehende Wolken. Wir kamen zum Glück im Trockenen zurück nach Ende.

Müll – Das Sorgenkind von Flores

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Müll am Straßenrand

Das üppige, tropische Grün kann den vielen Müll am Straßenrand nicht verstecken. Daher gehörte der Anblick von Plastikabfall auch zu unserem Strecken-Alltag.
Es gibt mittlerweile Organisationen wie Eco Flores, die versuchen, das Bewußtsein dafür bei der Bevölkerung und den Herstellern zu entwickeln (Webseite: www.ecoflores.org). Zur Unterstützung des Anliegens hat Eddy einen kleinen Hilfsaufruf gestartet und das Problem aus der Sicht eines Touristen dargestellt (#Protect Flores Against Plastic Pollution)

Nina, die holländische Gründerin der Organisation ECO Flores, hatten wir an unserem ersten Tag in Labuan Bajo zufällig auf der Straße kennengelernt und genauso zufällig in Ruteng in unserem Homestay Mbeliling und in Ende auf unserem Rückflug wieder getroffen. Flores hält eben viele Überraschungen bereit.
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 Flughafen Ende: Nina fliegt zufällig mit dem gleich Flug zurück

Wir möchten unheimlich gerne wieder kommen und die Reise weiter in den Osten fortsetzen. Wer weiß, was wir dann erleben?




Konkrete Unterkünfte mit Preisen auf Flores

Labuan Bajo

Hotel „Jaya“ (#HotelJaya in Google Maps)
200.000IDR für ein Doppelbettzimmer mit Lüfter und Frühstück
(leider ohne Foto)

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Hotel „Green Prundi“ (#HotelGreenPrundi in Google Maps)
300.000IDR für ein Doppelbettzimmer mit Klimaanlage und Frühstück

Ruteng

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130 km von Labuan Bajo
Homestay „Mbeliling“ (#HomestayMbeliling in Google Maps)
300.000IDR für ein Doppelbettzimmer mit Frühstück, Warmwasser

Borong

58 km von Ruteng
Hotel „Kharisma“ (#HotelKharisma in Google Maps)
200.000IDR für ein Doppelbettzimmer mit Ventilator und Frühstück
(leider ohne Foto)

Aimere

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49 km von Borong
Hotel „Sinar Harapan“ (#HotelSinarHarapan in Google Maps)
150.000 für ein Doppelbettzimmer mit Ventilator ohne Frühstück

Bajawa

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40 km vom Aimere
Hotel „Virgo“ (#HotelVirgo in Google Maps)
150.000IDR für ein Doppelbettzimmer mit Ventilator, Kaltwasser

Manulalu (Bena)

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20 km nach Bajawa, nahe Bena
Manulalu Villa B&B (#ManulaluVilla in Google Maps)
400.000IDR für ein Doppelbettzimmer mit Frühstück, Warmwasser

Ende

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141 km von Bajawa
Hotel „Makamul Amni“ (#HotelMakamulAmni in Google Maps)
200.000IDR für ein Doppelbettzimmer mit Klimaanlage und Frühstück

#Flores #LabuanBajo #Ruteng #Aimere #Bajawa #Bena #Ende #Indonesien


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10 Gedanken zu “Tour de Flores radeln auf eigene Faust

  • Gertrud Zatkos

    Ihr seid, wie Bernd schrieb, Velo-Helden! Es fasziniert mich immer wieder, wie gastfreundlich die Menschen sind….. Rechnet Ihr eigentlich immer noch in Euro um?
    Heute feiern wir hier unseren Tag der Deutschen Einheit und das Wetter zeigt sich von seiner guten Seite.
    Ich muss jetzt allerdings kochen. Judith kommt gleich zum Essen….
    Liebe Grüße
    Eure Gertrud

    • Ute Autor des Beitrags

      Danke, liebe Gertrud für das Lob.
      Wir waren uns zu Beginn der Flores-Route auch nicht sicher, ob wir in Ende auch ankommen. Mittlerweile trauen wir uns auch schon die großen Berge zu, aber immer hübsch langsam.
      Die Leute hier waren wohl unsere schönste Erfahrung in Indonesien. Das muss man einfach mal live erlebt haben.

      Den Euro bemühen wir immer nur, wenn es in ein neues Land geht. Dann haben wir einfach noch nicht das Gefühl für die Währung. Hier in Indonesien sind wir nun schon 3 Monate und da sind uns die Größenordnungen in Hunderttausender Rupien ganz vertraut geworden. Außerdem ist man so schon mal ein Millionär…
      Am Tag der Deutschen Einheit haben wir nichts Besonderes unternommen. Wir haben einfach mal den längst überfälligen Blog über Flores fertig gemacht. Das war nur noch die Endkontrolle – und schwubs war der Tag auch schon rum.
      Zum Essen wären wir gerne mal kurz bei dir vorbeigekommen. Was gab’s denn schönes? Sicher was Leckeres.

      Herzliche Grüße von Ute und Eddy

      • Gertrud Zatkos

        Danke für die Nachricht, Ihr Lieben. Zum Essen: Es gab Blumenkohl, Kartoffeln und Kalbsmedaillons. Letztere sind allerdings ein bisschen zäh geworden. Waren wohl zu lange in der Pfanne….Aber es war okay. Wäre vielleicht auch mal was, das ich für Euch kochen würde, wenn Ihr wieder zu Hause seid…..
        Liebe Grüße und gute Fahrt – Eure Gertrud
        Übrigens habe ich gestern angefangen zu heizen. Es ist kalt und regnerisch in Berlin; nichtsdestotrotz fahre ich täglich mit dem Radl zur Arbeit….ist natürlich nichts im Vergleich zu Euch Velo-Helden!

        • Ute Autor des Beitrags

          Oh, wir wissen wo die ganzen Plus-Grade aus Berlin verschwunden sind. Wir sagen nur: Malaysia. Hier ist es drückend heiß, viel heißer als in Indonesien auf den Kleinen Sunda-Inseln. Komisch, dabei liegen diese doch viel dichter am Äquator. Aber wir erinnern uns, das war auch schon im Frühjahr so eine Demse, als wir die malaysische Westküste am Wickel hatten. Die Ostküste steht dem in Nichts nach. Und wir haben noch 1000 km bis zur thailändischen Grenze vor uns. Vielleicht ist Kälte manchmal doch besser?

  • AnnetteKarl-Heinz

    Diesmal habt Ihr uns teilhaben lassen an einer Bergtour, die alles übertrifft und die physische Leistungsgrenze übersteigt.
    Wahrscheinlich lässt die faszinierende Natur einen vergessen, dass man doch nur Muskelantrieb zur Verfügung hat.
    Im Nachinein ist gerade dann das Glücksgefühl hoch und macht die Fahrt zu einem Erlebnis, das Euch mit der Natur verschmelzen lässt.
    Die Gastfreundlichkeit, die Ihr erfahrt, macht alles besonders schön und unvergessen- ja, beflügelt Euch auf den nächsten Strecken und für die weiteren Vorhaben.
    Dir, liebe Ute und Dir, lieber Eddy wünschen wir dazu Glück – Glück – Glück
    Annette und K.-Heinz

    • Ute Autor des Beitrags

      Irgendwas hat uns immer vorangetrieben. Ihr habt wohl recht damit, dass es auch die Neugierde war, wie die Berge hinter der nächsten Ecke aussehen. In der Stadt Ende wären wir am liebsten weiter Richtung Osten geradelt – nach ein paar Ruhetagen versteht sich. Wir waren jetzt schon „warmgefahren“. Doch dann wäre die restliche VISA-Dauer zu knapp für Bali und Java geworden. Eine VISA-Verlängerung ist seit neuestem problemlos ohne Sponsor möglich, aber die nächste Regenzeit lag schon auf der Lauer. Es gibt also doch immer einen Grund umzukehren. Wir sind jedoch sicher, dass das nicht unsere letzte Bergetappe hier in Südostasien gewesen ist. EIn Blick auf die Landkarte genügt. Im Norden von Thailand, Laos oder Vietnam gibt es reichlich hohe Berge. Mal sehen, welche wir davon in Angriff nehmen werden. Spätestens dafür können wir eure guten Wünsche gebrauchen.

  • Thomas

    Da habt ihr ja so einiges erlebt auf Flores und wieder wunderbar beschrieben :). Mit jedem der beeindruckenden Fotos wächst das Reisefieber mehr in mir ;).
    Die Höhenmeter sind wirklich beachtlich! Werden die Felgen wirklich so heiß, dass es kritisch wird? Wie viele Bremsbeläge habt ihr schon verbraucht?
    LG
    Thomas

    • Ute Autor des Beitrags

      Ja, das Reisefieber geben wir doch gern weiter. Hoffentlich kannst du auch bald wieder zu einer kleinen oder größeren Tour aufbrechen.
      Die Felgen sind übrigens richtig-richtig heiß geworden. Da reichte eine kleine prüfende Berührung – aua – und wir hatten wieder einen Grund für ein erholsames Päuschen. Die Gefahr besteht aber nicht für die Bremsbeläge, sondern für die Reifen. Wenn die heiße Felge das Gummi der Reifen weich werden laßt, kann es ganz schnell zu einem Reifenplatzer führen. Dann ist nicht nur der Schlauch, sondern auch der Mantel hinüber. Eddy wählt oft die bremsschonende Variante und saust wie der Blitz ins Tal. Ich (Ute) bin da lieber sehr vorsichtig – ist ja auch besser für die Frisur. Bremsbelege sind immer noch die ersten drauf. Wir konnten bisher unsere Räder immer rechtzeitig zum Halten bringen und haben noch keinen übermäßig starken Verschleiß. Aber für den Fall der Fälle haben wir noch Ersatzbeläge eingepackt.