Wege und Irrwege am Mekong - Feature

Wege und Irrwege am Mekong in Kambodscha


Unsere Route entlang des Mekong in Kambodscha
Unsere Route entlang des Mekong in Kambodscha

„Wege und Irrwege am Mekong in Kambodscha“ erzählt von einer spannenden  Fahrrad-Tour entlang des Mekong. Dieser ca. 370 km lange kambodschanische Flussabschnitt zwischen Kratie und Vietnam hat noch keinen spektakulären Namen wie der nördliche  „Mekong Discovery Trail“, von dem wir herkamen (#Mit Fahrrad entlang des Mekong Discovery Trail).

Universelles Transportmittel am Mekong
Universelles Transportmittel am Mekong in Kambodscha

Trotzdem überraschten auch hier Land und Leute durch ihre Ursprünglichkeit. Wir sind nicht nur ausgetretenen Pfaden gefolgt, sondern haben oft unseren eigenen Weg finden müssen. Einige davon haben sich als Irrwege herausgestellt. Doch – Ende gut, alles gut.

Kleine Wege durch ursprüngliche Fischerdörfer ab Kratie

Aufbruch von Kratie auf die andere Mekong-Seite
Aufbruch von Kratie auf die andere Mekong-Seite

Ab Kratie wählten wir die unbefestigten Wege am gegenüberliegenden Westufer des Mekong. Südlich der Stadt gibt es eine große Autofähre, die für uns und die 2 Fahrräder nur 0,50€ kostete. (#Fähre zum Westufer in Kratie). Vom östlichen, asphaltierten Ufer hatten andere Radfahrer uns wegen des starken Verkehrs abgeraten.

Schwimmende Häuser im Mekong nahe Kratie
Schwimmende Häuser im Mekong nahe Kratie

Den herrlichen Blick auf die schwimmenden Hütten im Mekong gab es gratis bei der Überfahrt dazu.

Unbefestigte Uferwege entlang des Mekong in Kambodscha
Unbefestigte Uferwege entlang des Mekong in Kambodscha

Die kleinen Wege durch die Fischerdörfer waren prima zum Radfahren. Fester Untergrund, kein Autoverkehr, freie Blicke auf den Mekong.

Bananen-Imbiss in kleinem Dorf
Bananen-Imbiss in kleinem Dorf

Wir bekamen einen lebhaften Eindruck von dem dörflichen Alltag am Fluss.

Treffpunkt an der Dorfstraße
Treffpunkt an der Dorfstraße

Es wurde ein Winken und Hallo-Rufen ohne Unterlass. Besonders die Kinder kamen schnell angelaufen, wenn wir an ihren Hütten oder Schulen vorbei radelten.

Zwischen den schlichten Dörfern tauchten als Kontrast immer wieder farbenfrohe Tempelanlagen auf.

Ab und zu standen die grazilen weißen Kühe oder fotogene Wasserbüffel am Weg.

Ein Stelzen-Haus zieht um am Mekong in Kambodscha
Ein Stelzen-Haus zieht um am Mekong in Kambodscha

Eine besonders spannende Begebenheit rollte auf unserem Radweg direkt auf uns zu. Es war ein komplettes Wohnhaus – ein Umzug nach Kambodschanischer Art.

Unter jedem der 16 Pfeiler des Hauses befand sich ein kleines Querbrett und darunter 3 bewegliche Holzrollen. Alle Holzrollen einer Pfeiler-Reihe wurden auf langen Brettern wie Schienen geführt. Mit der Kraft zweier, mit muskelkraft betriebener Flaschenzüge wurde das gesamte Haus Stück für Stück weitergezogen. Die hinten frei werdenden Holzrollen wurde immer wieder in Ziehrichtung nach vorne gelegt – an allen 16 Pfeilern gleichzeitig. Nach gleichem Prinzip wurden die „Holzbretter-Schienen“ umgelegt und der Flaschenzug versetzt. Wir haben diese raffinierte Arbeitsweise eine ganze Weile beobachtet, etwas mitgeholfen  und natürlich auch gefilmt:

Schätzungsweise 10 Metern pro Stunde kam das Haus mit dieser Technik voran. Wieweit es überhaupt verschoben werden sollte, konnten wir nicht erkennen.

Treppe in den HimmelInteressant war ebenfalls ein anderes Grundstück auf dem Weg mit einer Treppe, die noch auf ihr Wohnhaus wartet. Wer weiß, wie das angerollt kommt …

Der spannende Weg durch die Fischerdörfer endete nach etwa 40 km. Wir stießen auf eine frisch asphaltierte Landstraße. Die Räder rasten förmlich darüber hinweg. Ab und zu begegneten wir ein paar Fahrzeugen. Hier kamen wir dafür viel schneller voran als auf dem ersten Stück.

Irrweg in der Mekong-Kurve bei Stung Trong

Zuckerrohrsaft - heiß begehrt
Zuckerrohrsaft – heiß begehrt

Zur heißesten Zeit des Tages erreichten wir die Südkurve des Mekong.  Für uns gab es eine eisgekühlte Portion Zuckerrohrsaft. Für unser Smartphone hatten wir leider keine Kühlung. Es kochte förmlich in der Lenkertasche und das bekam der Navigations-App ganz und gar nicht.

Mühsamer Anstieg zur größten Hitze
Mühsamer Anstieg zur größten Hitze

Unser Uferweg am Mekong sollte angeblich genau in dieser Kurve nördlich von Stung Trong enden (#StungTrong). Die einzigen Berge weit und breit versperrten angeblich den Weg und wir bekamen die Anweisung, genau über diese Berge  weiter zu fahren. Die erste Kehre hatte gut und gerne ihre 10% Anstieg. Die drei nächsten Kehren waren nicht minder steil. Uns floss der Schweiß.

Blick auf Mekong bei Stung Trong
Blick auf Mekong bei Stung Trong

Als wir uns fast auf den höchsten Punkt gearbeitet hatten und die wunderschöne Aussicht von dort oben genossen, hatte es sich die Navigations-App plötzlich anders überlegt. Sie schickte uns auf gleichem Weg wieder zurück an den Fluss. Wir konnten es nicht fassen. Da wir schon einmal oben waren, blieben wir lieber auf der Hinterland-Route nach Stung Trong und nahmen 10 km Umweg in Kauf.

Ende der Dorf-Idylle zwischen Stung Trong und  Kampong Cham

Deutsche Radlergruppe vor Kampong Cham

Für unser Tagesziel Kampong Cham war der Umweg etwas ungünstig. Es war nun gegen 15:00 Uhr, wir hatten schon mehr als 80 km in den Beinen und es lagen noch weitere 40 km vor uns. Außerdem gibt es zwischen Stung Trong und Kampong Cham keinerlei Gasthäuser. Wir mussten uns also sputen, um noch vor Sonnenuntergang die Stadt Kampong Cham zu erreichen. Zum Glück waren wir noch gut bei Kräften (#KampongCham).

Von Stung Trong nach Kampong Cham ging es nun auf größeren und stark befahrenen Straßen weiter. Schade. Die Gegend war dicht besiedelt und wir bekamen den Mekong nur noch selten zu sehen. 10 km vor dem Ziel holte uns eine Gruppe von 4 deutschen Radfahrern ein. Sie waren von Kratie bis zur Mekong-Kurve auf der gegenüber liegenden Fluss-Seite unterwegs und hatten sich dabei fast nur entlang großer Straßen oder durch Tiefsandpassagen kämpfen müssen. Da war unsere Route trotz Umweg deutlich schöner.

Friss den Staub! Zwischen Kampong Cham und Phnom Penh

Mekong-Brücke in Kampong Cham
Mekong-Brücke in Kampong Cham

Die ersten 30 km von Kampong Cham nach Phnom Penh fingen so gut an. Wir hatten noch in der Stadt auf einer modernen Brücke  zur östliche Fluss-Seite gewechselt.

Transportmittel auf dem Lande
Transportmittel auf dem Lande

Dort fanden wir gleich kleine Wege durch Dörfer oder Felder.

Straßenmarkt unweit von Kampong Cham
Straßenmarkt unweit von Kampong Cham

Es war erstaunlich, wie dicht das schlichte Dorfleben an den Stadtgrenzen beginnt.

Laster wirbeln mächtig Staub auf
Laster wirbeln mächtig Staub auf

Doch dann kam es allerdings „dicke“. Die folgenden 30km standen unter dem Motto „Friss den Staub!“ und wir mussten mächtig viel Staub schlucken. Wir waren nun auf einer breiten Schotterstraße gelandet, die auch von LKW’s und Autos genutzt wurden.

"Mach lieber den Mund zu, Liebling!"
„Mach lieber den Mund zu, Liebling!“

Noch Minuten später waren wir von der Staubwolke eines vorbeifahrenden Autos umhüllt. Wie können die Leute das auf Dauer ertragen, die an dieser Straße leben?

Aua! Mein Hintern.
Aua! Mein Hintern.

Die kleinen Schottersteine auf der Straße waren ziemlich hinterhältig. Wir mussten den Fahrrad-Lenker krampfhaft festhalten, um nicht ins Schlingern zu geraten. Da taten uns schon nach kurzer Zeit die Handgelenke weh, vom Hintern ganz zu schweigen.

Diese Kambodschaner waren schlauer und vermieden die Unannehmlichkeiten dieser Strecke durch eine  geeignete Mitfahrgelegenheit.
Unkomplizierte Kleintransporte am Mekong in Kambodscha
Unkomplizierte Kleintransporte am Mekong in Kambodscha
Einfache Hütten am Ostufer des Mekong Höhe Phnom Penh
Einfache Hütten am Ostufer des Mekong Höhe Phnom Penh

Als Phnom Penh in Sicht kam, hatten wir die Staubstrecke erst einmal geschafft und setzten in Arey-Ksat vom ärmlichen Ostufer mit der Autofähre auf die schillernde Westseite über (#PhnomPenh).

 

Autofähre in Phnom Penh
Autofähre Richtung Phnom Penh

Die moderne Skyline der kambodschanischen Hauptstadt lag nun bei Sonnenuntergang direkt vor uns. Was für ein Kontrast zum hinter uns liegenden Weg!

Chinesisches Neujahrsfest auf dem Weg

Festtagsbraten
Festtagsbraten kaufen

Das Chinesische Neujahrsfest wird auch in Kambodscha groß gefeiert (#ChinesischesNeujahrsfest). Wir konnten es in der Hauptstadt Phnom Penh verfolgen. Deren Einwohner waren emsig dabei, die Zutaten für den Festtagsbraten zu besorgen. In der Stadt sahen wir viele Stände mit Schweinehälften. Wer kein Fleisch isst, für den wäre der Anblick schon etwas befremdlich gewesen.

Fleischtransport für die Festtage
Fleischtransport für die Festtage

Die riesigen Fleischportionen wurden dann schnell hinten auf die Moped-Bank gestapelt  – und ab damit nach Hause!  Das Chinesische Neujahrsfest ist ein Fest der Familie und hat den Stellenwert wie bei uns Weihnachten. In dieser Zeit  sind viele Läden geschlossen. Die Schüler mussten jedoch am frühen Morgen zur Schule gehen.

Chaotischer Umweg von Phnom Penh nach Süden

Fernverkehrstraße 21 - keine grüne Oase
Fernverkehrstraße 21 – keine grüne Oase

Unseren ursprünglichen Plan, dem Hauptstrom des Mekong von Phnom Penh weiter Richtung Vietnam zu folgen, hatten wir verworfen. Das hätte mindestens 60 km auf der großen Fernstraße 1 bis zu Neak Loeang bedeutet. Darum wollten wir clever sein und lieber entlang des Bassac River weiter radeln. Dieser große Nebenarm des Mekong verläuft ab Phnom Penh parallel in etwa 20 km Entfernung nach Süden.

Fernverkehrstraße 21 leider oft ohne Asphalt
Fernverkehrstraße 21 leider oft ohne Asphalt

Wir hatten die große Hoffnung, die zweistellige Fernstraße 21 wäre bedeutend ruhiger. Denkste!  Es war ein einziges Chaos. Auf der 40 km langen Strecke bis Kampong Svay kam eine Baustelle nach der anderen und bescherte uns aufgerissene Schotter- und Sandpisten (#KampongSvay). Die Straßenbauarbeiten liefen trotz massivem Durchgangsverkehr. Wir fragten uns schon wieder, wie die zahlreichen Anwohner diesen Staub auf Dauer aushalten können. Bei einigen Häusern sahen die große Vorhänge zur Straße hin genauso verdreckt aus wie die Straße selbst. Wir wollten gar nicht wissen, wie gesund die Früchte auf den Marktständen am Straßenrand waren.

Spannende Bekanntschaft lässt Hunger vergessen

Nachdem wir im Städchen Kampong Svay im Gasthaus „Chan Navy“ endlich die dicke Staubschicht unter der Dusche losgeworden waren, machte sich der Hunger bemerkbar. Wir fanden in der Nähe nur Marktstände mit höchst eigenartigen Speisen. Beim ersten gab es nur Rühr-Ei, beim nächsten nur Hackbällchen. Kein Reis, keine Nudeln, kein Brot.

Junger Student aus Kaoh Thom
Junger Student aus Kaoh Thom

Ein junger Kambodschaner setzte sich zu uns. Bei der interessanten Plauderei mit ihm hatten wir ganz vergessen, dass wir gar nicht satt geworden waren. Der junge Mann war Student und träumte davon, für Kambodscha einmal in die Geschichts-Bücher einzugehen. Er war ziemlich traurig darüber, dass sein Land selbst nichts von dem erwirtschafteten Gewinn hat, sondern von so vielen anderen Ländern abhängig ist. Dadurch bleiben die Leute weiter so arm. Er möchte nach dem Studium gerne in die Politik gehen und vieles gerechter machen.

Die große Irrfahrt im Feuchtland zwischen Bassac River und Mekong

Wir mussten unseren Plan erneut ändern und zurück zum Mekong. Bei der Internet-Recherche zum Grenzübergang am Bassac River nach Vietnam stießen wir auf einen wichtigen Hinweis. Die Fähre von Chrey Thom (Kambodscha) nach Long Binh (Vietnam) können nur Kambodschaner und Vietnamesen nutzen (#ChreyThomFerryTerminal). Alle anderen Ausländer bekommen dort keinen Einreise-Stempel. Wir ließen es nicht darauf ankommen, sondern änderten unsere Route auf den Grenzübergang am Mekong von Kaam Samnar (Kambodscha) nach Vinh Xuong (Vietnam). Diesen Übergang nutzen auch die großen Kreuzfahrtschiffe aus Phnom Penh Richtung Vietnam.

Diese Planänderung war leichter gesagt als getan. Es wurde ein 6-stündiger Irrweg durch das riesige Feuchtgebiet zwischen den beiden großen Strömen Bassac River und Mekong.

Optimistischer Beginn

Neue Brücke über Bassac River in Kaoh Thom
Neue Brücke über Bassac River in Koh Thom

Dabei hatte alles so gut begonnen, nämlich mit einer neuen Koh Thom Brücke am Ortsausgang von Kampong Svay über den Bassac River (#CambodiaChinaFriendshipKohThomBridge). Diese Brücke war damals noch nicht einmal bei Google Maps eingezeichnet. Sie ersparte uns einen Umweg von mindestens 30 km und wir waren deshalb bester Laune.

Noch voller Optimismus und Spaß
Noch voller Optimismus und Spaß

Nun galt es nur noch Richtung Osten auf den Mekong zuzusteuern – per Luftlinie nur etwa 30 km entfernt. Gleich hinter der Brücke bogen wir in einen Feldweg ein, eine Piste mit Schlaglöchern ohne Ende. Wir hatten alle Zeit der Welt und konnten ganz langsam und vorsichtig radeln. Dann folgten Reisfelder und ein großes Flachwassergebiet, auf dem Fischer sich in ihren Booten mit langen Stangen fortbewegten. In dieser Gegend tauchte wie aus dem Nichts eine betonierte Straße auf und erlöste uns für kurze Zeit von der Rüttelei.

Hier machte auch Moped-Fahren wieder mehr Spaß:

Die Freude währte nur einige Kilometer und endete am Kloster Wat Tuol Sleng in Leuk Daek (#WatTuolSleng). Von dort führten 3 Wege wieder weg. Keiner von ihnen entsprach allerdings unserer Route in „Maps.Me“.

Versuch  Nummer 1

Irrfahrt zum Mekong - erster Versuch ab Kloster Leuk Daek
Irrfahrt zum Mekong – erster Versuch ab Kloster Leuk Daek

Wir entschieden uns im ersten Versuch für den breitesten Weg am Kanal entlang. Dieser führte über interessante Brücken-Konstruktionen und durch schwimmende Dörfer. Das kam uns von unserer Flussfahrt zwischen Battambang und Siem Reap schon sehr vertraut vor. (#Entdeckungen im Westen von Kambodscha) .

Irrfahrt zum Mekong - einfache Häuser am Kanal
Irrfahrt zum Mekong – einfache Häuser am Kanal

Leider konnte ich diese tolle Strecke gar nicht so genießen.

Irrfahrt zum Mekong - Neugierige Beobachter
Irrfahrt zum Mekong – Neugierige Beobachter

Eddy kontrollierte ständig die GPS-Aufzeichnung. Wir entfernten uns immer weiter von unserem eigentlichen Ziel und das beunruhigte mich. Hier war offensichtlich kein Durchkommen Richtung Mekong. Der Weg würde sich später irgendwo in den Weiten des Feuchtgebietes zwischen Mekong und Bassac River verlieren.

Kloster Leuk Daek als dreifacher Umkehrpunkt
Kloster Leuk Daek als dreifacher Umkehrpunkt

Also holperten wir wieder zurück zum Kloster in Leuk Daek. Die letzten zwei Stunden waren schon mal verloren.

Versuch Nummer 2

Irrfahrt zum Mekong - Schlammschlacht
Irrfahrt zum Mekong – Modderpampe

Den zweiten Versuch brachen wir schon nach wenigen Metern ab. Sein Beginn war schon eine schlammige Angelegenheit. Eddy beobachtete immer wieder kritisch die vorgeschlagene Route auf dem Navi und verglich ihn mit dem Weg vor Ort. Es stimmte einfach nicht überein. Als wir dachten, endlich den richtigen Pfad gefunden zu haben, schüttelten Anwohner nur den Kopf und zeigten uns den Weg in die entgegengesetzte Richtung, wo wir gerade zuvor umgekehrt waren.

Versuch Nummer 3

Irrfahrt zum Mekong - Materialschlacht
Irrfahrt zum Mekong – Materialschlacht

Ein Schlagloch beendete abrupt den dritten Versuch nach etwa einem Kilometer. Die Halterung an Eddy’s Vordertasche war plötzlich abgerissen. Die Strecke war wirklich Gift für Fahrrad und Ausrüstung. Nach der Reparatur drehten wir um und wählten wieder die Variante 2. Drei Stunden Suche nach dem richtigen Weg waren nun schon vergangen.

Zurück zum Versuch 2

Irrweg zum Mekong - Keine Wege durch diese Reisfelder
Irrweg zum Mekong – Keine Wege durch diese Reisfelder

Wir bemühten uns jetzt, jedes Loch und jeden Erdwall auf der Piste möglichst langsam zu durchfahren, damit nicht wieder etwas kaputt geht. Dadurch krochen wir förmlich den Weg entlang. Hütten gab es kaum noch, dafür Felder, soweit das Auge reicht. Immerhin, die Himmelsrichtung stimmte.

Irrfahrt zum Mekong - wieder auf falschem Abzweig
Irrfahrt zum Mekong – wieder auf falschem Abzweig

Nach etwa 3 km stießen wir auf eine Kreuzung. Ein breiter Weg zweigte von hier aus rechts nach Süden ab. Das war nicht die Richtung zum Mekong. Also blieben wir dem Weg geradeaus treu. Leider war es die falsche Entscheidung.

unüberbrückbarer Graben für Radfahrer
Irrfahrt zum Mekong – unüberbrückbarer Graben für Radfahrer

Wir steckten immer wieder in neuen Sackgassen vor Gräben oder Sümpfen fest. Einmal hätte uns beinahe eine Horde Hunde an einen einsamen Bauernhof  angefallen. Wir mussten ständig umkehren. Nun hatten wir schon 5 Stunden umsonst gesucht.

Der Mekong ist endlich in Sicht
Der Mekong ist endlich in Sicht

Die Rückkehr zur großen Kreuzung war unsere letzte Hoffnung, doch noch den Durchbruch zum Mekong zu finden. Dort wollten wir den Weg nach Süden ausprobieren. Juchu! Innerhalb der nächsten Stunde hatten wir auf diesem Weg tatsächlich die Verbindung zur Fernverkehrsstraße 14 gefunden und 7km südlich von Rokar Chuor den Mekong erreicht. 6 Stunden hatte unsere Fahrrad-Irrfahrt für nur 30 km Luftlinie gedauert. Wandern wäre schneller gewesen… Unsere Irrfahrt kannst du dir auch sehr schön in unserer GPS-Route ansehen.

Das letzte Stück am Mekong in Kambodscha  nach Kaam Samnar

Mächtig Hunger nach der langen Irrfahrt zum Mekong
Mächtig Hunger nach der langen Irrfahrt zum Mekong

Wir waren voller Staub, und Schlamm , hungrig und nicht mehr so guter Laune. Beim erstbesten Stand, der uns begegnete, stopften wir uns erst einmal mit fritierten Bananen und Garnelen voll.

Bis zur Grenze waren es noch 20 km. Wir mussten uns nun sputen. Es war schon nach 15 Uhr. Zum Glück handelte es sich bei der Landstraße 14 um eine asphaltierte Straße ohne Bauarbeiten, sodass wir schnell voran kamen.

Bürokratische Umwege zur Aus- und Einreise

Kambodschanisches Immigration Office in Kaam Samnar
Kambodschanisches Immigration Office in Kaam Samnar

Gegen 16:30 Uhr waren wir am kambodschanischen Kontrollposten von Kaorm Samnor angekommen und optimistisch, die nächste Stadt in Vietnam noch bei Helligkeit zu erreichen. Um so erstaunter guckten wir, als der Grenz-Beamte uns zurück schickte. Die Stempelstelle für Ausländer befand sich ein Kilometer hinter uns im Dorf.  Also folgten wir dem Beamten mit seinem Moped auf dem Weg zurück. Das „Immigration Office“ im Ort hätten wir nie allein gefunden, so versteckt war es (#Kaorm Samnor Immigration Police of International Border Checkpoint).  Wenn du jemals diesen Grenzübergang benutzen möchtest, dann geh lieber gleich zu diesem Office. Hier bekamen wir nun den nötigen Ausreise-Stempel. Zurück zur Grenze. Es war nun nach 17 Uhr und somit nur noch 90 Minuten Tageslicht.

Vietnamesisches Immigration Office am Mekong in Vinh Xuong
Vietnamesisches Immigration Office am Mekong in Vinh Xuong

Im vietnamesischen Nachbar-Ort Vinh Xuong gab es bei der Einreise ebenfalls eine Verzögerung. Auch hier mussten wir in ein „Immigration Office“, wohin uns nun ein junger vietnamesischer Grenzbeamte eskortierte (#Immigration Office Vinh Xuong). Das lag zum Glück in unserer Fahrtrichtung. Hier bekamen wir dann den nötigen Einreise-Stempel und waren nun offiziell in Vietnam angekommen.

Tet-Fest in Tan Chau
Tet-Fest in Tan Chau

Ein für uns neues Land – Vietnam – empfing uns mit bunten Lichterketten. Das vietnamesische Neujahrsfest (#Tet-Fest) hatte gerade begonnen.

Unsere Unterkünfte zwischen Kratie und Vietnam

Kratie

Heng Heng Guesthouse 2 (#HengHengGuesthouse in Google Maps)
Zimmer mit Fan, WC und Dusche
7 US$

Kampong Cham

Nava Guest House Kampong ChamNAVA Guest House  (#NavaGuesthouse in Google Maps)
sehr kleines Zimmer mit Fan, WC und Dusche
5 US$

Phnom Penh

The Grey Guesthouse Phnom PenhThey Grey Guesthouse (#TheGreyGuesthouse in Google Maps)
Zimmer mit Fan, WC und Dusche
7 US$

Kaoh Thom

Chan Navy Guesthouse in Kaoh Thom

Chan Navy Guesthouse (#ChanNavyGuesthouse in Google Maps)
Zimmer mit Klimaanlage, WC und Dusche
6US$

Ausblick

Wir sind das erste Mal durch Vietnam gefahren und hatten in Vorbereitung darauf schon viel gelesen. Besonders gespannt waren wir auf die Vietnamesen, da sie in Berichten oft als verschlossene und geschäftstüchtige Menschen dargestellt werden. Zur Einstimmung auf Vietnam haben wir im nächsten Blog zunächst über unsere Begegnungen mit den vietnamesischen Menschen berichtet. Ob wir die gleichen Erfahrungen gemacht haben? Du erfährst es in unserem Blog „Menschen in Vietnam„!

Willst du wissen was bisher auf unserer 12.000km langen Fahrradtour durch Südostasien geschah? Klick hier.

Südostasien Fahrradtour SIX-Travel
Südostasien Fahrradtour SIX-Travel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield

%d Bloggern gefällt das: