Relax auf dem EuroVelo 6- Feature

Relax! Auf dem EuroVelo 6 2


Relax! auf dem EuroVelo 6

Auf Radwanderwegen entlang der Flüsse von Lyon nach Straßburg

Unsere GPS-Route 3.Etappe Lyon-Rheinau

Unsere GPS-Route 3.Etappe Lyon-Rheinau

Wir hatten nur einen Wunsch : einen entspannten Weg von Lyon zurück nach Straßburg zu finden. Deshalb wählten wir eine Strecke entlang der Flüsse Saône, Le Doubs und des Rhein-Rhone-Kanals, die die meiste Zeit auf dem französischen Teil des EuroVelo 6 verlief (#EuroVelo6). Der EuroVelo 6 ist der längste europäische Fernradweg und führt vom Atlantik bis an das Schwarze Meer (Länge: 4.448km).

Radwanderwege zurück

Radwanderwege zurück

Unsere Hoffnungen, entlang der Flussufer keine heftigen Steigungen zu erleben, wurden voll erfüllt. Höhenmeter hatten wir schon mehr als genug gesammelt, auf der Jura-Route 7.

Altstadt von Montbéliard

Altstadt von Montbéliard

Als Bonus-Programm führten uns  die Radwanderwege nach Straßburg durch jede Menge mittelalterlicher Städtchen. Zwei davon sind sogar Weltkulturerbe : Dole und Besançon.

Slogan in Lyon

Slogan in Lyon

Doch bevor wir tatsächlich den Rückweg antraten, machten wir nach 12 Tagen auf dem Drahtesel in Lyon den ersten und einzigen Rad-freien Ruhetag.

Ausspannen in Lyon

Blick auf die Basilika von Lyon

Blick auf die Basilika von Lyon

Lyon strahlte schon bei der Ankunft eine tolle Atmosphäre aus. Mit den vielen Brücken über die Rhone und Saône und der über allen thronenden Basilika erinnerte uns Lyon an die Goldene Stadt Prag.

Viele Treppen zur Basilika in Lyon

Viele Treppen zur Basilika in Lyon

Zur Basilika „Notre-Dame de Fourvière“ wollten wir nun zu Fuß. Sonst verlernen wir das Laufen noch ganz. Steile Treppen und Parkweg-Serpentinen führten hinauf zur Kirche.

Die Basilika war von drinnen genauso imposant wie von außen. Das Innere war nur so gespickt mit wunderbaren Wandmosaiken und Fußboden-Ornamenten. Im Keller befand sich eine riesige Krypta; nicht minder prunkvoll.

"Das eigenGewicht" - Statue in Lyon

„Das eigenGewicht“ – Statue in Lyon

Am Ende waren wir nach 12 Km Fußmarsch ganz schön lahm. Ausspannen fühlt sich irgendwie anders an.

Retoure am Zusammenfluss von Saône und Rhone



Der Zusammenfluss von Saône und Rhone in Lyon war der südlichste Punkt unserer Tour. Hier endet der Flusslauf der Saône auf ihrem Weg nach Süden und wird nach fast 480 km von der Rhone verschluckt. Man kann bis auf den letzten Landzipfel laufen, der die beiden Ströme trennt – und sogar noch weiter ins Wasser.

Naturkunde-Museum Lyon

Naturkunde-Museum Lyon

Genau auf dieser Landzunge steht das  2014 eröffnete Naturkunde-Museum „Musée des Confluences“. Die Architektur sieht es sehr futuristisch aus. Drinnen waren wir nicht. Vielleicht haben wir etwas verpasst…

2 Tage auf Pisten aller Art nach Chalon-sur-Saône

Aufbruch von Lyon nach Straßburg

Aufbruch von Lyon nach Straßburg

Es ging nun nach Norden, dorthin, wo die Saône herkam. Die ersten 30 km blieben wir auf der Straße D50 durch die Ortschaften auf der linken Fluss-Seite. Es gab reichlich Verkehr und Autolärm, aber auch einen breiten Randstreifen für Radler.

Brücke in Trevoux

Brücke in Trevoux

Ruhiger wurde es ab Trevoux, wo wir auf die rechte Flussseite zu einem idyllischen Ufer-Radweg wechselten (#Trevoux).

Wege sind nicht immer Fahrrad-freundlich

Wege sind nicht immer Fahrrad-freundlich

Manchmal wurde es recht eng für unsere Räder.

Idyllisch und ruppig

Idyllisch und ruppig

Leider war die Bodenbeschaffenheit echt grausam. 60 Kilometer Schottersand, Schlaglöcher, Wurzeln bis Macon. Das ging mörderisch auf Hintern und Hände.

Döner in Macon

Döner in Macon

Eine kurze Stippvisite durch die Gassen von Macon – inklusive Stärkung am Dönerstand – gab uns nach den Stunden  der Rüttelei etwas Gefühl in den Händen zurück.

Auf dem La Voie Bleue

Auf dem La Voie Bleue

In Macon hatten wir nicht nur die Fluss-Seite gewechselt, sondern war auch der Asphalt wieder aufgetaucht. Wir waren nun auf dem Burgunder Radwanderweg „La Voie Bleue“ angekommen. Unsere Räder flitzten wieder leicht dahin. Ab und zu entdeckten wir ein paar Zelte von Anglern am Flussufer der Saône, aber auch ein Verbotsschild für Wild-Camping. Also ließen wir dies sein und blieben bei der Strategie, an Grundstücken zu fragen.

Frühstück bei Celine

Frühstück bei Celine

Am ersten Abend des Rückwegs war es Celine, die uns einen Platz in ihrem Garten und eine Dusche anbot, sowie am nächsten Morgen mit Frühstück überraschte.

Traumhafter La Voie Bleue nahe Tournus

Traumhafter La Voie Bleue nahe Tournus

Der Asphalt des Radwanderweges „La Voie Bleue“ entlang der verträumten Flusslandschaft blieb uns 33 km lang bis Tournus erhalten. Nur fliegen ist schöner…

Buh - Mühsame Graswege

Buh – Mühsame Graswege

Hinter der Stadtgrenze von Tournus setzten dann abrupt Verwandlungen an der Ufer-Strecke entlang der Saône ein: Schotterweg, Waldweg, Feldweg, Wiese. Es kostete ganz schön Kraft, hier voran zu kommen. Die Verwalter dieses Wegabschnittes hatten wohl nicht viel für Radfahrer übrig – oder sollte das gar kein Radweg mehr sein? Das einzig Erfreuliche war, diesen Pfad am Fluss wählte bis auf ein paar Hundebesitzer niemand.

Im klaren Wasser der Saone

Im klaren Wasser der Saone

Wir konnten also ungestört in das saubere Wasser der gemächlich dahin fließenden Saône steigen.

Altstadt von Chalon-sur-Saône

Altstadt von Chalon-sur-Saône

Nach 25 km hatte die Tortur ein Ende und wir erreichten geschafft Chalon-sur-Saône. Beinahe wären wir nur so durchgerauscht. Von Süden kommend bot uns ein Anblick von Industriestadt. Hätten nicht zufällig zwei interessante Kirchturmspitzen über die Häuserfront am Ufer herausgeragt, hätten wir die schöne Altstadt verpasst. Wow! Plötzlich standen wir auf einem Markplatz mit der riesigen Kathedrale St Vincent. Von innen war sie sehr schlicht gehalten und nicht mit dem Prunk der Basilika von Lyon vergleichbar. Das hatte auch Stil. An den Seiten wurde der Platz von wunderschönen Fachwerkhäuschen umrahmt.

EuroVelo 6 : 5 Tage Genussradeln von Chalon-sur-Saône bis Mulhouse

Gut ausgeschildert am EuroVelo 6

Gut ausgeschildert am EuroVelo 6

Für uns begann in Chalon-sur-Saône die Bekanntschaft mit dem Eurovelo 6, dem Fernradweg von der Altantikküste ans Schwarze Meer. Jetzt waren wir wirklich auf einem „Genuss-Radweg“ angelangt. Unter uns glatter Asphalt, meist ruhige und abgelegene Streckenführungen entlang der Saône, des Le Doubs und des Rhein-Rhone-Kanals.

Doppelte Radwege – doppelter Appetit

Doppelte Radwege

Doppelte Radwege

Bis Verdun-sur-le Doubs deckt sich der EuroVelo 6 mit dem Radwanderweg „La Voie Bleue“.

Abschied von Frank und seinen Sohn

Bei Frank und seiner Familie

Auf diesem Abschnitt fanden wir im Garten von Frank und seiner Familie einen Platz für unser Zelt – gerade noch rechtzeitig vor einem großen Regenguss.

Heißhunger auf Croissants

Heißhunger auf Croissants

In Verdun-sur-le Doubs führt der EuroVelo6 an der Mündung des Le Doubs in die Saône vorbei – und an einem Bäcker. Man muss ja auch auf die Elementarbedürfnisse achten! Croissants, frisches Baguette und ein Stück Torte – wir hatten kräftig zugelangt. Die Croissants verdrückten wir gleich vor dem Laden. Unterwegs machten wir am Flussufer des Le Doubs ein Picknick, um den Rest aufzuessen.

Eifriger Fluss-Wechsel zum mittelalterlichen Dole

Eddy, Joel und Ilja checken die Route

Eddy, Joel und Ilja checken die Route

Weiter ging es auf eigentümlich gewundenen Überlandwegen des Eurovelo 6 zurück Richtung Saône. Besonders bei Pagny-le-Chateâu war die Streckenführung sonderbar, sodass auch die beiden jungen Männer Joel und Ilja aus Offenburg sich wunderten. Die beiden trafen wir auf ihrem Weg nach Lissabon. Danach wurde die Strecke zurück zur Saône geführt, wo sie sich bis Dole mit dem Rhein-Rhone-Kanal ein ständiges Wechselspiel gab.

Kulisse von Dole

Kulisse von Dole

Der perfekt erhaltene mittelalterliche Stadtkern von Dole wirkte so sauber, dass es mich gar nicht an das Mittelalter erinnerte. Trotzdem – oder vielleicht deswegen – ist es zum Weltkulturerbe ernannt. Oben auf dem Hügel stand eine gewaltige Kirche. Als wir sie von innen besichtigten, fing der Organist gerade an zu spielen. Das hatte schon was! Die Besichtigung der Türme für 4€ pro Person haben wir uns dann doch verkniffen. Zu träge, zu teuer, zu umständlich mit den Fahrrädern.

Im Kebab-Restaurant in Dole

Im Kebab-Restaurant in Dole

Das Geld setzten wir in einer Seitengasse bei einem Kebab-Restaurant in zwei gefüllte Teller um und gingen dann später genudelt aus dem Laden.

Für einige sind wir wohl jetzt Kultur-Banausen, für andere einfach nur hungrige Radfahrer.

Einstieg ins Doubstal

Stellplatz für Radfahrer auf dem Zeltplatz von Orchamps

Stellplatz für Radfahrer auf dem Zeltplatz von Orchamps

In Dole wurde der EuroVelo 6 nun am Le Doubs weiter geführt. Die Streckenführung war etwas wirr. Wir wechselten dauernd die Kanalseiten. Hoch auf die Brücke – rüber – runter die Rampe. Das sollte vielleicht der Langeweile vorbeugen, denn sonst hatten die ersten Kilometer nichts Spektakuläres zu bieten. Das änderte sich mit der Karstfelsen-Landschaft des Doubstals. Hier kam uns der kleine Zeltplatz in Orchamps direkt an der Strecke mehr als gelegen. 4.50€ pro Person ging echt in Ordnung. Die Betreiber hatten sogar eine Regen-geschützte Sitzgelegenheit für Radfahrer gebaut.

Reger Betrieb auf dem EuroVelo 6

Reger Betrieb auf dem EuroVelo 6

Am Folgetag wechelten sich der Le Doubs mit schiffbaren Seitenarmen ständig ab. Auf dieser einfach befahrbaren Strecke waren am Wochenende besonders viele Genuss-Radler unterwegs. Wir kamen aus dem „Bon Jour“- Rufen gar nicht mehr heraus.

Zweites Weltkulturerbe – Besançon

Letzte Kehre vor der Festung in Besancon

Letzte Kehre vor der Festung in Besançon

Am Nachmittag lag Besançon mit einer riesigen Felsen-Festung vor uns.

Im Tunnel unter der Festung von Besançon

Im Tunnel unter der Festung von Besançon

Der Radweg machte hier eine ganz interessante Wendung. Es ging einen etwa 200m langen Tunnel durch das Felsmassiv unterhalb der Festung hindurch.

Engelsflügel am Himmel von Besançon

Engelsflügel am Himmel von Besançon

Auf der anderen Seite erwartete uns eine ganz andere Welt – eine mittelalterliche Stadt mit vielen kleinen Gassen und der großen Kirche Église St-Pierre. In der Kirche wurde gerade für eine Trauung geschmückt, während sich draußen über dem Kirchturm „Engelsflügel-Wolken“ ausbreiteten.  Na, wenn das kein Glück bringt…

Weiter im Doubstal flussaufwärts

Karstfelsen im Doubstal

Karstfelsen im Doubstal

Auch hinter Besançon setzte sich die Karstfelsen-Landschaft entlang des Le Doubs fort – und der ständige Wechsel auf die andere Fluss-Seite.

Corynne begrüsst uns in ihrem Garten

Corynne begrüsst uns auf dem Familien-Anwesen

Gegen Abend entdeckten wir am EuroVelo 6 in Laissey ein Haus mit einer großen Wiese. Corynne, die Tochter des Besitzers konnte zum Glück Englisch und somit unser Anliegen verstehen. Unsere Visitenkarte hatte sich bei der Kontaktaufnahme wieder einmal gut bewährt. Außerdem kommt es als Dankeschön sehr gut an.

Radfahrer-Abendbrot

Radfahrer-Abendbrot

Zum Sonnenuntergang saßen wir auf unser Plane im Garten, tranken ein Fläschchen Wein und blickten auf die gegenüberliegenden Felswände an der Flusskehre. Es herrschte absolute Ruhe.

Treff mit Helmut am EuroVelo 6

Treff mit Helmut am EuroVelo 6

Die herrliche Felskulisse begleitete uns auch am Folgetag. Unterwegs stoppte Helmut, deutscher Langstreckenradler aus Münster, bei uns für einen kurzen Schwatz. Er fuhr diese Strecke nun schon zum zweiten Mal.

Radpflege muss auch sein

Radpflege muss auch sein

An einer schattigen Raststelle konnte Eddy endlich in Ruhe unsere Fahrrad-Ketten säubern und ölen. Es war längst überfällig. Danach rollten die Räder wieder viel leichter.  Wir sind auf den gesamten 1.270 km von Pannen völlig verschont geblieben.

Verfranst und verfahren bei L’Isle-sur-le-Doubs

Verdeckter Wegweiser des EuroVelo 6

Verdeckter Wegweiser des EuroVelo 6

In Höhe der Stadt L’Isle-sur-le-Doubs verpassten wir irgendwie ein Hinweisschild, an dem wir wohl hätten die Flussseite wechseln müssen. Das merkten wir erst ein paar Kilometer später auf einer recht befahrenen Landstraße. Da hatten wir keinen Bock mehr umzukehren. Unsere Alternativ-Route bescherte uns 5 km Holperstein-Pfade durch einen Wald. Ich drückte alle Daumen, hier ohne Platten oder gebrochene Speichen durchzukommen. Es hat geholfen. Wieder zurück auf dem rechten Pfad hätten wir beinahe schon wieder einen Wegweiser des Eurovelo 6 übersehen. Er stand völlig verdeckt hinter anderen Hinweis-Schild. Gemeine Falle!

Schnur-gerade von Montbéliard nach Mulhouse

Bruno und Franciose verabschieden uns

Bruno und Franciose verabschieden uns

Die nächste Gewitter-Nacht im Zelt war trocken überstanden. Am Morgen versorgten unsere Gastgeber aus Montbéliard, Bruno und Francoise, uns mit heißem Kaffee und und Croissants.

Die Streckenführung am schnur-geraden Rhein-Rhone-Kanal wurde nun sehr eintönig. Berge oder Flusswindungen fehlten. Behäkelte Bäume, Hightech-Toiletten in alten Gemäuern und eine Schwanen-Familie waren willkommene Highlights.

Abschied vom Eurovelo 6 in Mulhouse

An einer Fassade im Zentrum von Mulouse

An einer Fassade im Zentrum von Mulhouse

Unsere letzten Kilometer auf dem EuroVelo 6 endeten in Mulhouse. Auch diese Stadt hat einen wunderschönen historischen Stadtkern.

Wundervolle Häuserfronten am Place de la Réunion in Mulouse

Wundervolle Häuserfronten am Place de la Réunion in Mulhouse

Die mittelalterlichen Fachwerkhäuser und die Fußgängerzone mit den schmalen Gässchen hatten viel Flair.

Umsatteln auf dem Eurovelo 5 nach Colmar

Zeltlager auf dem Bauernhof am EuroVelo 5

Zeltlager auf dem Bauernhof am EuroVelo 5

Mulhouse verließen wir nun über den EuroVelo 5 ,der über 3.900km von London nach Brindisi führt (#EuroVelo5). Er  führte uns wieder auf abwechslungsreicher Route durch Dörfer und Felder. Und genau an diesem Weg lag der perfekte Bauernhof für eine Zelt-Übernachtung.

Kurz mal auf Abwegen

Schieben durch Brennesseln

Schieben durch Brennesseln – das wünscht man keinem

Wir folgten zunächst weiter dem Eurovelo 5, bis dieser in Ensisheim einen Bogen Richtung Vogesen vollführte. Da das Internet wieder mal streikte und wir nicht sicher waren, ob der Eurovelo5 noch vor den Vogesen die Kurve nach Colmar bekommt, suchten wir uns eine eigene Route. Auf Berg-Etappen hatten wir keine Lust mehr. Unsere Alternativroute führte uns dann über Maisfeld-Wege, die sich in dicht bewachsene Brennessel-Pfade verwandelten. Wir fluchten und juckten uns.

Auf Autobahn-Tuchfühlung

Auf Autobahn-Tuchfühlung

Danach fanden wir uns auf einer befahrenen Landstraße gleich parallel zur Autobahn wieder. Auch nicht besser. Hier stoppte uns eine Autofahrerin, weil sie uns eine Empfehlung für einen Fahrradweg geben wollte. Die Frau fand auch, dass wir hier etwas fehl am Platz waren und schenkte uns zur Sicherheit gleich noch ihre Landkarte, damit wir den Weg ja nicht verfehlten.
In Rouffach kamen wir auf den empfohlenen Radweg, der kein anderer war als der EuroVelo 5. Da hätten wir wohl gleich die ganze Zeit auf diesem Fernradweg bleiben können! Wieviele Höhenmeter uns durch unsere Umwege erspart geblieben sind, müssen wir später recherchieren … wenn wir mal ganz viel Zeit haben.

Colmar – wirklich ein Schmuckstück

Schmuckstück Colmar

Schmuckstück Colmar

Der Eurovelo 5 führt gar nicht direkt durch das Elsässische Colmar. Der Fernradweg geht in gebührendem Abstand daran vorbei. Beinahe hätten wir die Stadt noch verpasst. Colmar ist wirklich ein Schmuckstück und ein wahrer Touristenmagnet.

Stadtbummel macht müde

Stadtbummel macht müde

Wahrscheinlich ist es das schönste historische Städtchen auf der Strecke und man bräuchte einige Stunden zur Besichtigung. Wir waren nur leider schon etwas „Mittelalter-müde“.

Der Rhein-Rone-Kanal hat uns wieder

Herbsteinbruch auf Sommerradtour

Herbsteinbruch auf Sommerradtour

Zum Ende der Reise wurden wir faul. Wir kehrten nicht mehr zum EuroVelo 5 zurück, obwohl dieser auch nach Straßburg führte. Er war uns  zu lang und zu dicht an den Ausläufern der Vogesen. Da war uns der Rhein-Rhone-Kanal in der platten Landschaft lieber – auch bei Herbstlaub im Sommer.

Bei Marthe im Garten

Bei Marthe im Garten

Hier in diesem Teil vom Elsass heißt so gut wie jeder Ort “… heim“: Grussenheim, Elsenheim, Ohnenheim,… . So war es nicht verwunderlich, dass wir in einem „Heim“ nächtigten, nämlich in Marckolsheim im Garten von Marthe. Am nächsten Morgen lud uns die liebenswerte 77-jährige Dame zum Frühstück in ihr Haus. Unsere letzte spontane Übernachtung endete genauso herzlich wie alle anderen auf dieser Tour. Wir waren schon Glückspilze.

Endspurt nach Straßburg und Deutschland

Auf der Kanal-Brücke in Boofzheim

Auf der Kanal-Brücke in Boofzheim

Nun schalteten wir den Turbo an unseren Rädern ein und düsten nur so an dem geraden Rhein-Rhone-Kanal entlang Richtung Straßburg und Rheinau. Die letzten 25 km vor Straßburg schloss sich in Boofzheim der Kreis unserer Reise. Dieses Stück am Rhein-Rhone-Kanal hatten wir vor 3 Wochen in entgegengesetzter Richtung zurückgelegt.

Eddy hatte die Idee, an diesem Abend noch bis nach Nürnberg zu unseren Kletter-Freunden Lutze und Marion zu kommen. Dazu mussten wir uns also mächtig sputen. Doch es sollte klappen.

Übrigens…

haben wir uns die ganze Reise schon gefragt, ob es in Deutschland genauso gut mit dem Zelten in privaten Gärten funktioniert. Das müssen wir mal auf einer späteren Reise klären.

Auf ein Bier bei Richard

Auf ein Bier bei Richard

Bezogen auf die Gastfreundschaft gegenüber Radfahrern haben wir jedoch in unserem Land keine Bedenken. Im ersten Örtchen auf deutschem Boden – in Auenheim – hielt Eddy an einer Straßenecke an, weil dort gerade ein schöner schattiger Baum stand. Es war wieder eine drückende Nachmittags-Hitze. Eddy sprach den (jetzt) legendären Satz: „Hier ist ein guter Ort um Flüssigkeit  aufzunehmen“ und reichte mir die Wasserflasche. Da kam ein Mann aus dem anliegenden Einfamilienhaus und fragte “ Wollt ihr ’n kaltes Bier?“. Was für eine Frage! Wir hatten seit langem tierischen Bier-Durst. Es war uns in Frankreich einfach nur viel zu teuer gewesen. Und nun dieses unverhoffte Angebot von Richard. Er hatte noch ein paar Tag Urlaub und freute sich, dass wir uns eine Weile zu ihm in den Garten setzten und erzählten, so auch von unserer Südostasien-Tour.

Das war das Ende eines rund herum perfekten Rad-Urlaubes.

Detailierte Informationen, die gesamte Strecke mit GPS-Koordinaten und alle Berichte findet ihr auf  SIX-Travel.com/travel/fahrradtour-strassburg-lyon


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wordpress Anti-Spam durch WP-SpamShield

2 Gedanken zu “Relax! Auf dem EuroVelo 6

  • Zatkos

    Wie immer: Sehr interessanter Reisebericht und tolle Fotos. Faszinierend, dass Ihr immer so nette Bekanntschaft mit Menschen macht…… Das gefällt mir!

    • Eddy

      Ja Getrud, da hast du recht. Wenn wir durch die Länder fahren treffen wir nur liebe und hilfsbereite Menschen. Da wundern wir uns immer, wie und warum auf der Welt soviel Schreckliches passieren kann…