Der bessere Radweg durch den Khao Yai Nationalpark - Feature

Der bessere Radweg durch den Khao Yai Nationalpark

Der Khao Yai Nationalpark soll eines der letzten großen und intakten Regenwaldgebiete Südostasiens sein und noch dazu seltenen Wildbestand beherbergen. Für uns war dies Anreiz genug, ihn auf unserer zweiten Südostasien-Fahrrad-Reise zu besuchen (#Südostasien reloaded). Falls ihr ebenfalls mit dem Fahrrad zum Khao Yai Nationalpark unterwegs seid, dann können wir euch die Route von Süd nach Nord nur wärmstens empfehlen, nicht umgekehrt. Warum, das erfahrt ihr jetzt:

Anreise zum Nationalpark

Der ruhige Zugang von Süden

 
Weg zum Südeingang des Khao Yai NP
Weg zum Khao Yai Nationalpark

Von Süden kann man von Bangkok aus per Fahrrad den Khao Yai Nationalpark über ruhige Landstraßen und kleine Straßendörfer erreichen. Für Radfahrer ist das eine sehr entspannte Tour auf flachen Wegen und ruhigen Landstraßen.

 
Südeinang des Khao Yai NP
Südeinang des Khao Yai Nationalpark

Der südliche Checkpoint in den Park selbst erschien uns wie im Dornröschen-Schlaf. Kein Trubel, keine Massen an Besuchern. Dabei werden die Park-Tore um 6 Uhr früh geöffnet. Wir waren die einzigen, die gegen 7 Uhr Einlass in den Park begehrten, und dabei war es doch Wochenende. Erst etwa 15 Minuten später wurden wir vom ersten Auto überholt.

 

Der überlaufene Weg von Norden

 
Auf der großen Straße vom Khao Yai NP nach Pak Chong
Auf der großen Straße vom Khao Yai NP nach Pak Chong

In den Reiseführern oder Blogs wird meist der Park-Besuch über den Nordeingang beschrieben, ca. 30 km südlich von Pak Chong. Wir dachten zuerst, es gäbe deshalb nur diesen offiziellen Zugang, bis wir dann genauer recherchierten. Warum all die vielen Besucher diese Route wählen, verstehen wir nicht. Landschaftlich kann man nichts reizvolles zwischen Pak Chong und dem nördlichen Parkeingang entdecken. Das Radfahren ist wegen der vielen Abgase und dem Autolärm alles andere als schön. Allerdings fühlten wir uns durch den breiten Randstreifen sehr sicher.

Routen im Park

 

Es gibt nur eine etwa 50 km lange Durchgangsstraße (3077/ 2090)) durch den Park. Sie verläuft in der  kürzeren Nord-Süd-Ausdehnung. Etwa auf dem höchsten Punkt dieser Haupt-Magistrale zweigen 2 Stichstraßen zu Sehenswürdigkeiten im Hinterland des Parks ab. 

Weite Gebiete abseits dieser Haupt-Magistrale sind für den Individual-Besucher jedoch unzugänglich (#Khao Yai Nationalpark)

Am Parkeingang erhält man ein A4-Blatt mit einem skizzenhaften Lageplan und Beschreibungen von Wanderrouten in Englisch.

 

Fahrrad-Bedingungen und Anstiege

 

Die Straßenlage

 
Haupt-Magistrale durch den Khao Yai NP
Auf der Haupt-Magistrale durch den Khao Yai Nationalpark

Die asphaltierte Haupt-Magistrale ist in einem sehr guten Zustand. Separate Randstreifen gibt es zwar nicht, aber wir haben nur rücksichtsvolle Autofahrer erlebt, die uns weiträumig überholt haben. Busse sind in dem Park gar nicht zugelassen, sodass es für Radfahrer auf der Fahrbahn nicht eng werden sollte.

 

Unerwartet beliebt bei Mountainbikern und Rennradfahrern

 
Erfahrungsaustausch unter Radfahrern im NP
Erfahrungsaustausch unter Radfahrern im Nationalpark

Auf der Straße haben wir abgesehen von 4 ausländischen Touren-Radfahrern mit Gepäck den ganzen Tag keine anderen Radfahrer getroffen. Den Stress, sich mit einem schwer beladenen Fahrrad die Berge hochzuquälen, machen sich nicht besonders viele. Um so verblüffter waren wir, dass es mitten im Park auf dem Zeltplatz nur so von einheimischen Mountainbikern und Rennradfahrern wimmelte. Einige Fahrräder standen allerdings noch auf den Ladeflächen der Pick-Ups. Wir wurden bei unserer Ankunft sehr neugierig und interessiert von der Radfahrer-Gemeinde begutachtet. Es muss im Nationalpark einige interessante Trails durch die Wildnis geben. Doch sicherlich sind diese Wege für unsere bepackten Tourenräder wenig geeignet. 

Anstiege

 
Endlich oben am Information Center Khao Yai NP
Endlich oben am Information Center Khao Yai Nationalpark

Insgesamt sind über die Haupt-Magistrale 1125 Höhenmeter nach oben zu bewältigen. Der höchste Streckenpunkt (798m) ist ungefähr beim Information Center geschafft. Die 33 km auf dem südlichen Abschnitt bis zum Information Center haben durchweg moderate Anstiege von ca. 6%. Diese werden zwischendurch immer wieder von geraden Passagen abgelöst, wo die Beine verschnaufen können. Das ist der größte Vorteil der Reiseroute von Süd nach Nord per Fahrrad. Es macht einfach mehr Spaß und ist weniger Quälerei.

 

Anders sieht es auf den 17 km vom nördlichen Parkeingang zum Information Center aus. Hier gibt es mehrere sehr steile und enge Kurven. Die Anstiege sind heftig. Auf diesen Abschnitten haben schon die Autos zu tun. Als Radfahrer erzeugt man beim Anstieg unweigerlich eine lange Auto-Kolonne hinter sich, da das Überholen in den engen Kurven kaum möglich ist. Da heißt es sicher Nerven behalten. Wir waren deshalb total froh, die Route von Süden gewählt zu haben.

Die unsichtbaren und sichtbaren Attraktionen

Wild-Elefanten

 
Warnschild vor wilden Elefanten im Khao Yai NP
Warnschild vor wilden Elefanten im Khao Yai Nationalpark

Der Khao Yai Nationalpark ist eines der wenigen Orte in Thailand, um Elefanten in freier Wildbahn zu begegnen. Zahlreiche Warnschilder informieren die Autofahrer über das richtige Verhalten, wenn die Dickhäuter unverhofft auf der Straße auftauchen. Was ein armer Radfahrer in dem Moment tun sollte, wird aber nicht erklärt. Zum Glück kam es nicht dazu.

 
Elefanten-Haufen im Khao Yai NP
Elefanten-Haufen im Khao Yai Nationalpark

Wir haben nur diverse Haufen in den verschiedensten „Frische-Graden“ am Straßenrand entdeckt. Auch wenn man sie nicht sieht, Elefanten sind tatsächlich hier.

 

Asiatische Tiger

 
Ausstellung im Information Center Khao Yai NP
Ausstellung im Information Center Khao Yai Nationalpark

Es soll hier im Khao Yai Nationalpark noch frei lebende Tiger geben. Um die Existenz und Nahrungsgrundlage der seltenen Raubtiere zu sichern, werden bewusst große Bereiche als Grasland offen gehalten.

 
Info-Schild zum Wild-Bestand
Info-Schild zum Wild-Bestand und Nahrungsketten

Dieses Grasland bietet dann den vielen Rehen und Hirschen Futter, bis sie dann selbst von den Raubkatzen gefressen werden. Über diesen Kreislauf der Natur informiert z.B. eine Infotafel am Wegrand

 
Info-Schild zur Grasland-Erhaltung
Info-Schild zur Grasland-Erhaltung

Da der Regenwald sich diese Freiflächen schnell wieder zurückerobern würde, werden die Gras-Ebenen einmal jährlich gezielt abgebrannt. Das ist also auch in einem Nationalpark möglich.

 

Krokodile

 
Warnschild vor Krokodilen im Khao Yai NP
Warnschild vor Krokodilen

Trübe, stehende Wassertümpel oder langsam fließende Bäche gibt es reichlich im Park. Wir glauben gerne, dass dies paradiesische Bedingungen für Krokodile sind, auch wenn wir sie selbst nicht gesehen haben.

 

Andere Wildtiere

 
Entspannte Rehe am Straßenrand Khao Yai NP
Rehe ohne Scheu vor Radfahrern

Große Rehe stolzieren im Park gelassen herum, unter anderem auch auf dem Zeltplatz zwischen den einzelnen Zelten. Sie sind völlig friedlich.

 
Warnschild vor den Affen im Khao Yai NP
Warnschild vor den Affen

Frech und lästig dagegen sind die zahlreichen Affen, die natürlich gerade auf Campingplätzen ihre Chance wittern, etwas Fressbares von den Menschen zu ergaunern. Und sie sind sehr, sehr schnell dabei.

 
Ausstellung im Information Center Khao Yai NP
Ausgestopfte Bindenwarane im Information Center Khao Yai Nationalparks

Die bis zu 3m groß werdenden Bindenwarane leben auch im Khao Yai Nationalpark.

Uns sind zweimal solche Warane  auf dem Weg zum Nationalpark begegnet. Sie waren „nur“ zirka 1,5m lang.  Leider hatten wir nie die Kamera schnell genug betriebsbereit. Sie sonnten sich auf bzw. neben der Straße und sind jedesmal schnell geflüchtet (#Bindenwaran). 

 

Zu wunderschönen Wasserfällen

Über Stock und Stein auf dem Dschungelpfad zum Haew Su Wat Wasserfall

Bis auf eine einzige Wanderung ( Trail 6 auf der Wanderkarte) sind offiziell alle Wanderwege ohne Führer erlaubt. Es werden zwar zahlreiche geführte Touren durch den Park angeboten, aber das ist alles andere als erforderlich. Die Streckenführungen sind eindeutig und das Dschungel-Erlebnis ist auf eigene Faust viel intensiver.

 

Wanderung zum Haew Narok Wasserfall

 

Etwa 10 km vom südlichen Parkeingang liegt der Haew Narok Wasserfall. Vom Parkplatz sind keine 20 Minuten zu laufen. Dabei ist der 1,5 km lange Wanderweg sehr abwechslungsreich. Es geht durch ein Stück Dschungel-Wald, dann balanciert man über eine Brücke mit recht maroden Planken, um ein breites Flusstal zu überwinden.

Elefanten oder andere Wildtiere könnte man von dort oben wunderbar beobachten – wenn sie sich nur hätten sehen lassen.

 
 
Treppen hinunter zum Haew Narok Wasserfall
Treppen hinunter zum Haew Narok Wasserfall

Hinter einer Wasserstelle, die sich ebenfalls gut als Wildtier-Beobachtungsposten eignen würde, führen dann steile Treppen 60 Höhenmeter zum Wasserfall hinab. Hier kommt man schon etwas ins Pusten.

 
Haew Narok Wasserfall
Haew Narok Wasserfall im Januar

Mitte Januar fiel statt eines tosenden Wasservorhangs nur ein zartes Rinnsal die Felswand hinunter. Das Dschungel-Ambiente rings herum ist jedoch auch ohne Wasser-Rauschen sehr schön. Sehr angenehm empfanden wir auch, dass sich nur eine Handvoll Besucher hierher in den südlichen Teils des Parks „verirrt“ hatten. Das ist noch ein Grund mehr, die Route von Süden aus zu wählen.

 

Wanderung zum Haew Su Wat Wasserfall

 
Haew Su Wat Wasserfall
Haew Su Wat Wasserfall im Januar

Der Haew So Wasserfall hat den Khao Yai Nationalpark vielleicht international erst richtig bekannt gemacht. Hier wurden Szenen für den Film „The Beach“ mit Leonardo di Caprio gedreht. Damit teilt der Wasserfall das Schicksal vieler anderer Film-Drehorte. Es zieht reichlich Touristen an. Und diese Touristen können den Wasserfall direkt über eine der beiden Stichstraßen bequem mit dem Auto erreichen.

Der Haew Su Wat Wasserfall hat ebenfalls Mitte Januar an Wassermenge eingebüßt, nur nicht so extrem wie der Haew Narok Wasserfall.

 
Über Baumriesen auf dem Dschungelpfad zum Haew Su Wat Wasserfall
Über imposante Baumwurzeln

Den ca. 3 km langen Wanderweg durch den Dschungel vom Pha Kluai Mai-Zeltplatz zum Haew Su Wat Wasserfall hatten wir fast für uns allein. Nur einen einzigen Wandersmann haben wir unterwegs getroffen. Mit Entdecker-Gefühlen folgten wir dem schmalen Pfad durch den dichten Busch, immer parallel zum Lam Thakong Fluss.

 

Es gab sogar einige Kletter-Einlagen.

 

Nach dieser ca. 1,5 stündigen Wanderung war der ganze Dschungel-Zauber mit einem „Kultur-Schock“ am Wasserfall jäh beendet. Viele Besucher machten sich die letzten 200 m zu Fuß vom Parkplatz zum Haew Su Wat Wasserfall auf dem Weg. Wir können diesen Besuchern aber auch dankbar sein, denn dadurch bekamen wir ganz schnell eine Mitfahrgelegenheit zurück zum Pha Kluai Mai-Zeltplatz. Dort hatten wir unsere Fahrräder während der Wanderung abgestellt. 

Eintrittspreise

Der Eintritt für Ausländer beträgt 400 Baht. Ein stolzer Preis! Man kann sich jedoch 3 Tage im Park aufhalten, bis man ihn wieder verlassen muss. 

Preiswerte Übernachtung im Nationalpark

Da schon der Eintrittspreis von 400 Baht pro Person ziemlich teuer ist, haben wir im Vorfeld gar nicht mit einer preiswerten Übernachtungsmöglichkeit im Park gerechnet. Doch es gibt sie! Wenige Kilometer vom Information Center entfernt, im Herzen des Parks, liegen zwei gut ausgestattete Campingplätze: der Lam Ta Khong-Campground und der Pha Kluai Mai-Campground.

 
 

Dort kostet die Übernachtung nur 30 Baht pro Person.

Auf beiden Zeltplätzen gibt es Duschen und Toiletten. Restaurants, Cafes und kleine Läden sind ebenfalls vor Ort und bis 18 Uhr geöffnet.

 
Miet-Zelte auf dem Pha Kluai Mai-Campground
Miet-Zelte auf dem Pha Kluai Mai-Campground

Falls man selbst keine Campingausrüstung dabei hat, kann man an bei den Zeltplätzen für kleines Geld ein Zelt nebst Isomatte und Decke mieten.

Lam Ta Khong-Campground

Aussichtsplattform Ta Khong-Campground
Auf Beobachtungsposten am Ta Khong-Campground

Der Lam Ta Khong-Campground ist von der Lage selbst idyllischer. Der Lam Takhong-Fluss schlängelt sich über den Campingplatz und bietet Tierbeobachtungen direkt vor dem Zelt.

 
Lam Ta Khong-Campground
Lam Ta Khong-Campground

Dieser Zeltplatz scheint sehr beliebt bei den Thailändern zu sein und war an diesem Samstag-Abend sehr gefüllt. Außerdem kann man an der Wasseraufbereitungsanlage des Zeltplatzes kostenlos Trinkwasser abfüllen.

Pha Kluai Mai-Campground

 
Toiletten auf dem Pha Kluai Mai-Campground
Toiletten auf dem Pha Kluai Mai-Campground

Auf dem Pha Kluai Mai-Campground sind die sanitären Einrichtungen deutlich sauberer. Die Zelte stehen dafür abseits vom Lam Takhong-Fluss unter hohen Bäumen.

 
Aussichtsplattform am Rande des Pha Kluai Mai-Campground
Aussichtsplattform am Rande des Pha Kluai Mai-Campground

Es gibt jedoch auch hier eine Tier-Beobachtungsplattform, und zwar am Beginn des Wanderweges zum Haew Su Wat Wasserfall.

 

Feucht und kalt in der Nacht

Die Hitze am Tage lässt einen fast vergessen, dass man sich doch in einem großen Regenwald-Gebiet befindet. In der Nacht gingen die Temperaturen ziemlich runter und wir froren mächtig in unserem dünnen Seiden-Schlafsack. Außerdem war die ganze Zeltwand von innen und außen klitsch-nass geworden, obwohl es in der Nacht nicht geregnet hatte. Doch mit den ersten Sonnenstrahlen war dieses Kälte-Gefühl schnell wieder vorbei.

Übernachtungsmöglichkeiten vor den Park-Toren

Die preiswertere Südseite

 
Bungalow nördlich vom Khao Yai Nationalpark
Bungalow in Ban Ko Maphang

Wir haben in 10 km Abstand vom Südeingang des Nationalparkes eine Handvoll kleiner Resorts gesehen, die alle in einer ruhigen Gegend liegen. Wir selbst haben uns 4 km vor dem Nationalpark in einem Bungalow in Ban Ko Maphang für 500 Baht (mit AC) niedergelassen. Ein nettes kleines und sehr preiswertes Restaurant lag uns genau gegenüber auf der anderen Seite der Dorfstraße. (#Bungalow BanKoMaphang)

 

 

Als kostenlose Alternative gibt es auch noch einen schattigen Zeltplatz unter Bäumen am Wang Bon Reservoir (#WangBonReservoir).  Gratis Duschen und Toiletten sind auch vor Ort. Dieser Zeltplatz ist dann nur noch 2 km vom Checkpoint entfernt.

 

Auf der teuren Nordseite

 
Bungalow nördlich vom Khao Yai Nationalpark
Bungalow nördlich vom Khao Yai Nationalpark

Zwischen Pak Chong und dem Nationalpark wimmelt es nur so von Hotels und Resorts. Das Preisgefüge für die Unterkünfte ist deutlich höher als auf der Südseite des Khan Yai Nationalpark. Hier fanden wir als billigstes Angebot eine Hütte für 590 Baht, wobei diese innen schon ziemlich heruntergekommen war.

 

Alles über unsere „Südostasien Fahrradtour reloaded“, mit dem Streckenverlauf und weiteren Berichten findest du auf #Südostasien reloaded

 

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