Camping nach Plan B

Camping nach Plan B

Camping nach Plan B

Camping nach Plan B – passiert bei unserem ersten Tag auf malaysischem Festland.

Wir ließen uns ziemlich Zeit, nachdem wir mit der Fähre von der touristischen Insel #Langkawi auf das Festland von #Malaysia übergesetzt hatten. Die vielen Reisfelder südlich von Alor Setar zogen uns in den Bann. Für uns war es das erste Mal zu sehen, wo und wie der Reis wächst. Die Arbeit den Feldern scheint sehr mühselig zu sein.

Reisbauer bei Schädlingsbekämpfung
Reisbauer bei Schädlingsbekämpfung

Ein Reisbauer darf keine Aversion gegen tiefen Modder haben.

Ein Fall für Plan B
Reisbauer bei einer Reparatur

Wir fanden wunderschöne ruhige Wege auf den Deichkronen zwischen den einzelnen Äckern – fernab von großen Straßen. Die Warane, die wir gelegentlich aufschreckten, fanden diese feuchte grüne Landschaft ebenfalls ganz herrlich.

Ein Fall für Plan B
Waran am Wegesrand

So verrann der Nachmittag in der ruhigen ländlichen Gegend sehr schnell. Wir hatten nur nicht erwartet, dass diese Gegend überhaupt nicht auf Besucher eingestellt ist. Wir kamen zwar durch mehrere Ortschaften hindurch, jedoch war in keiner davon ein Gasthaus, Hotel oder dergleichen.

Ein Fall für Plan B
Ruhige Wege an Reisfeldern

Sogar 30 km hinter #Alor Setar riet man uns, für eine Übernachtung wieder zurück zu fahren.

Wir entschieden uns für eine andere Variante – die Fernverkehrsstraße K1. Irgendwo muss doch eine Unterkunft sein – das war zumindest unsere Hoffnung. Die Sonne sank immer tiefer und ein bedrohliches Grummeln um uns herum begann.

bedrohlicher Himmel über den Feldern
Bedrohlicher Himmel über den Reisfeldern

Viele Kilometer weiter, kurz vor Yan, radelten wir an einer kleinen Autowerkstatt vorbei. An dem angrenzenden Anbau war an der Gebäudewand ein Hinweisschild mit dem Titel „Homestay“ und einer Telefonnummer angebracht. Sollten wir doch noch rechtzeitig vor dem Gewitter ein Dach über dem Kopf finden? Die Lage der Übernachtung war ja nicht gerade exklusiv auf diesem Autohof. Also erwarteten wir einen bezahlbaren Preis. Wir baten einen Arbeiter aus der Autowerkstatt für uns anzurufen, falls der Vermieter kein Englisch versteht. Kurz darauf kam eine ganze Familie auf den Hof vorgefahren. Das „Homestay“ war noch frei. Allerdings sollte es soviel wie 3 übliche Übernachtungen kosten. Hey – das war hier kein Palast!

Ein Fall für Plan B
Ein zu teures Homestay

Egal, dass es nun völlig dunkel war, der Donner immer näher kam und die ersten Tropfen einsetzten. Dieses „Angebot“ konnte man nur ablehnen. Wir lenkten unsere Fahrräder zurück auf die Fernverkehrsstraße.




Kaum 2 Kilometer weiter schlug plötzlich ein so gewaltiger Blitz neben uns ein, dass uns die Knie zitterten. Und genau in diesem Moment schickte uns unser Schutzengel ein kleines Straßenrestaurant, wo wir Schutz suchen konnten. Der Betreiber und seine Familie waren ebenfalls durch diesen gewaltigen Donnerschlag unter das schützende Dach geflohen. Um uns herum krachte es in einem fort. Dann wurden die Schleusenen geöffnet und es goss und goss…

Wenn man schon warten muss, dann kann man das mit nützlichen Dingen verbinden, zum Beispiel mit Essen. Gesagt, getan. Der Restaurant-Betreiber brutzelte uns eine leckere Mahlzeit. Dummerweise macht ein voller Bauch so müde. Es war ja auch schon gegen 21:00 Uhr. Aus einem Augenwinkel hatten wir bemerkt, dass in der benachbarten Garage hinter dem parkenden Auto noch ein kleines Fleckchen Platz war, groß genug für unser kleines Zelt. Wir fassten uns ein Herz und fragten einfach, ob wir in der Garage schlafen durften. Zuerst muss uns der nette Restaurant-Besitzer nicht richtig verstanden und vermutet haben, dass wir in seinem Häuschen schlafen wollten. Zum Glück klärte sich das Missverständnis schnell auf, er war einverstanden und wir sehr erleichtert über diese Lösung.

Ein Fall für Plan B
Camping in der Garage

Eddy hat dann das Zelt auf dem verdichteten Schotterboden ganz ohne Heringe nach allen Regeln der Ingenieurs-Kunst aufgebaut.

Ein Fall für Plan B
Zeltbefestigung auf Schotter

So sind wir einer Sintflut entgangen, die bis zum Morgen anhielt. Camping in der Garage war ein guter „Plan B“ gewesen.

Bewegte Bilder sagen mehr als 1000 Worte… Viel Spaß beim Anschauen!

Nun waren wir das Gesprächsthema aller Gäste des Restaurants.  Camping in einer Garage war hier bisher unbekannt. Wir waren unseren Gastgebern jedenfalls sehr dankbar, dass sie uns diesen Unterschlupf gewährt haben, inklusive einem Duschhäuschen gleich hinter der Garage. Perfekt!

Unsere Gastgeberinnen
Unsere Gastgeberinnen
Ein Fall für Plan B
Garage mit rosa Duschhäuschen

Übrigens werden hier ganz raffinierte Eierkuchen in Gitternetz-Form gebacken…

Ein Fall für Plan B
Gitternetz-Eierkuchen




14 Gedanken zu “Camping nach Plan B”

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