Koh Yao Yai - weg vom Trubel

Koh Yao Yai – weg vom Trubel 8


Koh Yao Yai – weg vom Trubel

Die Insel Koh Yao Yai ist geradezu perfekt, vom Trubel wegzukommen. Sie liegt ca. eine Stunde mit der Fähre von Phuket Stadt Richtung Osten entfernt und ist doch schon eine ganz andere Welt als das überfüllte Phuket. Komisch, dass mit uns nur 5 weitere Touristen dorthin entfliehen wollten – oder sollen wir lieber „zum Glück“ sagen?

Ko Yao Yai - weg vom Trubel

Koh Yao Yai – Impression

Die Anreise

Auf der Fähre wurden Touri’s und Einheimische komischerweise getrennt platziert. Einheimische kamen ins Unterdeck, wir Touristen auf das Oberdeck. Vielleicht der besseren Aussicht wegen? Oder waren wir den Thailändern noch nicht braun genug? Keine Ahnung. An unserer Verständigung müssen wir noch stark arbeiten, wenn Englisch nicht funktioniert. Bisher haben wir erst ein einziges thailändisches Wort in unsere Schädel bekommen: „Guten Tag“.

Ko Yao Yai - weg vom Trubel

Koh Yao Yai – Fähre vom Phuket Chiawanich Pier

Die Fähre von Phuket Stadt nach Koh Yao Yai fährt nicht an dem großen Pier ab, wo die Massen gen Phi-Phi-Inseln starten, sondern vom Chiawanich Pier. Dieser liegt etwa 2 km nördlich davon entfernt und ist viel unscheinbarer. Der Pier liegt so unscheinbar, dass Google Maps sogar die Suche verweigerte. Dabei fährt von dort eine Auto-Fähre und zweimal täglich eine Personen-Fähre (8:30 Uhr  und 12:30 Uhr). Diese transportiert neben Leuten auch schwerere Gepäckstücke wie Kühlschränke, Benzinfässer oder eben unsere Fahrräder.

Die hilfsbereiten Fährleute, die unsere Räder über eine steile Rampe auf das Oberdeck hievten, hatten wohl mit so einem Gewicht nicht gerechnet. 5 kräftige Männer waren an dem Akt beteiligt.

Koh Yao Yai - Fahrradtransfer auf die Fähre

Koh Yao Yai – Fahrradtransfer auf die Fähre

Und trotzdem kamen die Räder gratis mit. Für uns haben wir pro Person 140 Baht bezahlt. Das war ein Schnäppchen gegenüber den anderen Fähr-Verbindungen mit Speedboot oder Longtailboot.

Da wir so gar keine Frühaufsteher sind, haben wir gleich die spätere Fähre um 12:30 Uhr angepeilt. Das war sehr clever, denn das ist diejenige, die am südlichen Ende der ca. 35 km langen Insel am Lo Jark Pier anlegt, keine 100 m von unserem Bungalow am The White House entfernt. Besser geht’s nicht!

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The White House – unser Bungalow

Da hätten wir uns aber ganz schön in den Hintern gekniffen, wenn wir uns so früh aus den Betten gequält und dann noch am falschen Ende der Insel angekommen wären.

Willkommen auf Koh Yao Yai

Zur Einstimmung haben wir die besten Eindrücke in einem kurzen Video verarbeitet. Viel Spaß beim Anschauen!







Das Insel-Leben

Gleich nach der „anstrengenden“ Reise nahmen wir ein entspanntes Bad im Meer.

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Badefreuden für Eddy

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Badefreuden für Ute

Immerhin lag der Strand direkt vor unserem Bungalow. Allerdings konnte man nicht von einer Abkühlung sprechen. Es fühlte sich wie in einer warmen salzigen Badewanne an, viel salziger als in Phuket. Vielleicht wegen Ebbe und Flut?

Die Bewohner von Koh Yao Yai haben ein Herz für Fahrradfahrer!

Hier führen die Wege nicht über Bergkuppen hinweg, sondern hübsch zwischen den einzelnen Bergen hindurch. Wir genossen unsere erste Erkundungstour von über 30 km mit dem Rad – trotz Hitze.

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Koh Yao Yai – angenehmes Radeln

Die Fahrräder rollten fast von allein. Wir mussten sie gar nicht schieben.

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Koh Yao Yai – wenig Verkehr

Der Straßenverkehr ist sehr ruhig. Wenige Autos. Wer sich fortbewegen will, tut das mit dem Moped.

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Koh Yao Yai – Mopeds

Sogar kleine Kinder, die gerade zur Schule gekommen sind, haben wir Mopeds fahren sehen. Faszinierend war auch, wie verschleierte Frauen Moped fuhren. Wie sie trotz Fahrtwind ihre Schleier und das Sichtfeld in den Griff bekamen, war schon erstaunlich. Koh Yao Yai ist hauptsächlich von Muslimen bewohnt, die allerdings sehr cool und tolerant sind. Nur bei der Bier-Beschaffung wird es etwas schwierig. Die öffentlichen Bar’s auf der Insel, die Alkohol anbieten, kann man an 5 Fingern abzählen.

So sehen hier die Tankstellen aus – wie Zapfhähne für bunte Limonade:

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Koh Yao Yai – Tankstelle

Drei Tage haben wir auf Koh Yao Yai verbracht und uns von der ländlichen Stimmung treiben lassen.

Vor unserem Bungalow am Strand gab es ein perfektes Plätzchen mit Internet. Von da aus konnten wir „unser Büro“ aufbauen und gleichzeitig das Treiben der verrückten Jetski-Fahrer verfolgen.

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The White House – unser Büro

Auch die Sonnenuntergänge waren romantisch. Die Außentemperaturen betrugen tagsüber um die 40 Grad Celsius und gingen abends in wunderbar laue 27-30 Grad über.

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Koh Yao Yai – Sonnenuntergang

Hier haben wir zum ersten Mal erlebt, dass man in einem ganz normalen Tante-Emma-Laden die Schuhe auszieht, wenn man ihn betritt. Die Fußböden waren oft wie geleckt.

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Koh Yao Yai – Einkaufen

Mit dem Fahrrad kamen wir prima herum. So begegnete uns auf einer weiteren Tour dieser „Arbeitgeber“ mit seinen 2 „Angestellten“ für die Kokosnuss-Ernte. Die waren gerade auf dem Heimweg nach getaner Arbeit.

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Koh Yao Yai – Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf einem Moped

Hier gibt es reichlich Kokosnüsse zu ernten.

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Koh Yao Yai – Palmen voller Kokosnüsse

Am letzen Tag nutzen wir die Gelegenheit zu einer Paddeltour durch den Mangrovenwald am südlichsten Zipfel der Insel. Die Hälfte der Tour haben wir uns durch das Gewirr der vielen Luftwurzeln durchgeschlagen wie durch einen Dschungelpfad.

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Koh Yao Yai – Paddeln im Mangrovenwald

Wir waren zum Schluss total durchnässt, aber es hat uns Spaß gemacht. Unsere beiden einheimischen Begleiter waren wohl auch froh,  Geld durch eine Tour verdient zu haben. Zu Beginn verlangten sie 400 Baht pro Person. Das war uns definitiv zu viel. Wir einigten uns dann auf 500 Baht für uns beide, sind etwa 1,5 Stunden gepaddelt und hatten am Ende das Gefühl, dass wir alle damit zufrieden waren.

Gäbe es nicht dieses kleine Problem mit unserer Aufenthaltserlaubnis von maximal 30 Tagen in Thailand, hätten wir hier gern noch mehr Zeit auf dieser Insel verbracht. (Bei unserer Rückkehr im Herbst müssen wir das besser anstellen und uns ein Visum besorgen.)

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An einem kleinen Pier

Die Weiterreise nach Krabi

Bei unserer Weiterreise waren wir leider nicht ganz so schlau wie bei der Ankunft. Nach ausgiebiger Internet-Recherche wussten wir, dass oben im Norden am Klong Hia Pier täglich um 15:25 Uhr eine Fähre nach Krabi zum Preis von 120 Baht pro Person abfährt. Wir waren schon 3 Stunden vorher da und erfuhren von den Leuten vor Ort, dass die nächste Fähre von diesem Pier erst am darauffolgenden Morgen gegen 7:30 Uhr startet. Die 15:25 Uhr Fähre soll neuerdings vom Koh Yao Yai Pier abgehen.

Um 14:00 Uhr fährt auch ein Speedboot von dem 5 km entfernten Koh Yao Yai Pier nach Krabi. Okay, dachten wir, soviel teurer kann es nicht werden und wir riskieren nicht, dass die Fähre um 15:25 Uhr doch nicht kommt.

In diesen Momenten sollte man sich die Erfahrungen anderer Langzeitreisenden wie ein Mantra vorbeten:
wer langsam reist, reist preiswerter.

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Koh Yao Yai – Abfahrtsplan für Speedboot

Wir bezahlten für die Überfahrt 900 Baht (300 Baht pro Person und 150 Baht pro Fahrrad) und dann fuhr das Speedboot noch nicht einmal bis Krabi. 30 km nördlich wurden wir ausgeladen – und hatten nun noch einmal einen schönen Ritt vor uns. Die 1,5-stündige Bootsfahrt durch die vielen Felsen, die aus dem Wasser ragen, war wunderschön . Irgendwo hier liegt auch die berühmte „James Bond-Insel“.

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Koh Yao Yai – Überfahrt nach Krabi

Unser Quartier erreichten wir erst, nachdem wir schon eine Stunde in stockdunkler Nacht an der Fernverkehrsstraße geradelt waren. Natürlich mit Warnwesten – wir wollten doch überleben.

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Nachtfahrt nach Krabi





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8 Gedanken zu “Koh Yao Yai – weg vom Trubel

  • Hanna und Werner Weiß

    Liebe Kinder,

    die richtige Fähre zu wählen., muß eben gekonnt sein.
    Die Unterkunft ist ja total romantisch.

    Mama Hanna und Papa Werner

  • Silvana

    Ach schön ihr zwei Radelnden, sieht auf jeden Fall entspannt aus. Da ich im November 2015 auf der Schwesterninsel Kho Yao Noi war, habe ich die Bilder und das Video sehr genossen. Schade dass ihr nur drei Tage hattet, Krabi ist bestimmt auch sehr schön.
    Ich vermisse die Ute hier!!! Okay die Sonne scheint in Berlin und der Sommer zeigt sich schon etwas.
    Viel Spaß euch und lasst das Radl rollen ;o)
    liebe Grüße Silvana

    • Ute Autor des Beitrags

      Das haben wir nicht vergessen, dass du ganz in der Nähe warst. Deshalb wollten wir auch auf eine dieser beiden Inseln. Auf Koh Yao Yai haben wir dann eine Budget-freundlichere Unterkunft gefunden. Auf der Weiterfahrt ans Festland haben wir dann auf Koh Yao Noi kurz angelegt und sind die ganze Ostküste entlang geschippert. Wahrscheinlich haben wir dabei auch dein Quartier vom Wasser aus gesehen. Wir haben es jedenfalls fotografiert und können bei Gelegenheit mal abgleichen. Die Insel sah auch total urwüchsig aus. Aber wahrscheinlich wäre es zum Radeln etwas bergiger geworden?
      Viel Spaß für dich auf deiner nächsten Insel Juist mit Jule. Das ist doch in Kürze, oder? Wir setzen morgen auch wieder zu einer Insel über, die gleichzeitig unser erster Grenzübertritt wird: Langkawi nach Malaysia. Drück die Daumen, dass die See ruhig bleibt. Übrigens, dein Souvenir aus Thailand, das Wickeltuch, ist genial. Da braucht die Ute mal keine Hosen anzuziehen. Siehste, so reist ein Stück von dir mit uns mit. Bis bald von wo auch immer.

  • Benno

    Sieht ja paradiesisch aus.
    Die Affen auf dem Moped sind ja scharf. Nimmt man auf der Insel also alle Anhalter mit ? 😉

    • Ute Autor des Beitrags

      Na klar werden Anhalter gerne mitgenommen – und dann scheinbar gleich an Ketten gelegt und zur Arbeit verpflichtet. Also überlege dir gut, ob du hier trampen möchtest.

  • Petra und Thomas

    Hallo ihr Beiden, sieht ja alles toll nach Urlaub aus, da bekommt man Lust dem nass kalten Wetter zu entfliehen. Wir wünschen euch weiterhin viel Spaß.
    Viele liebe Grüße von Petra und Thomas!!!!!!!!

    • Ute Autor des Beitrags

      Na nichts wie hierher. Ihr braucht nur eine kurze Hose, ein kleines Hemdchen auf dem Leib und Latschen. Also kleines Gepäck. Scharfes Essen gefällt euch doch auch, oder? Ihr hättet auch euren Spaß!